05.04.2017

IHK erkennt ausländische Berufsabschlüsse an

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© Tobias Hase

Rund 200 ausländische Fachkräfte aus Oberbayern haben 2016 ihre im Heimatland absolvierte Berufsausbildung bei der IHK FOSA (Foreign Skills Approval) anerkennen lassen, unter ihnen zwölf Bürgerinnen und Bürger aus der Landeshauptstadt München.

Zwölf Bürgerinnen und Bürger aus München erhalten IHK-Urkunde

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© Tobias Hase

Akiniwale Benard Akinnifesi aus Nigeria (Kaufmann für Büromanagement), Justina Glashauser aus Litauen (Kauffrau für Büromanagement), Mihai Pop aus Rumänien (Verkäufer), Nada Rakic aus Bosnien und Herzegowina (Köchin), Michele Chiazza aus Italien (Elektroniker), Tomasz Krzysztof Duda aus Polen (Industrieelektriker), Abdulwahab Khedhir Ismail aus dem Irak (Industrieelektroniker), Georgios Kyriakakis aus Griechenland (Elektroanlagenmonteur), Amin Nourani aus dem Iran (Elektroniker), Nisvet Nuhic aus Bosnien und Herzegowina (Elektroanlagenmonteur), Miroslav Zaduban aus der Slowakei (Fachkraft für Metalltechnik) und Konstantinos Zouzoulas aus Griechenland (Elektroniker für Informations- und Systemtechnik). Zur Anerkennung ihrer Ausbildungen nutzten sie ein seit dem 1. April 2012 geltendes Gesetz, mit dem ausländische Qualifikationen nach einer IHK-Überprüfung der deutschen Berufsausbildung gleichgestellt werden können. Damit gehören sie zu den bislang fast 800 erfolgreichen Antragstellern aus Oberbayern.

2016 hat die IHK FOSA in Oberbayern Berufsausbildungen aus 32 Ländern anerkannt. Bei den Fallzahlen für 2016 führen Bosnien und Herzegowina mit 28 Vollanerken­nungen. Danach folgt Rumänien (21) vor Polen (20), Italien (17), der Türkei und Ungarn (jeweils 9). Insgesamt wurden Ausbildungsabschlüsse aus Ländern auf allen fünf Erdteilen als gleichwertig bestätigt, darunter auch aus der Dominikanischen Republik, Syrien und den Philippinen. Bei den Berufen lagen die Elektroanlagen­monteure mit 28 Anerkennungen an der Spitze, gefolgt von Kaufleuten für Büro­management (21) und Industrieelektrikern (17).

Die IHK FOSA hat Ausbildungen in 41 verschiedenen Berufen als gleichwertig anerkannt, darunter auch Berufskraftfahrer, Hotelfachleute und Mechatroniker. „Mit der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse leistet die IHK einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Integration. Diese Urkunde ist mehr als ein Stück Papier, denn sie eröffnet ihren Besitzern neue berufliche Perspektiven“, sagte Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, bei der feierlichen Übergabe der Anerkennungsurkunden und IHK-Weiterbildungsgutscheine in München. Driessen dankte den ausländischen Fachkräften dafür, dass sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nun in oberbayerischen Unternehmen einsetzen.

Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, verwies in seiner Festrede auf die fünfjährige Erfolgsgeschichte des am 1. April 2012 in Kraft getretenen Anerkennungsgesetzes. Über 63.000 Anträge auf Anerkennung einer im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikation wurden seitdem gestellt. 76 Prozent der Antragsteller erhielten die vollwertige Gleichwertigkeit ihres Abschlusses bestätigt. „Auf diesen Ergebnissen dürfen wir uns jedoch nicht ausruhen. Alle Kräfte sind weiterhin zu mobilisieren, um das Gesetz sichtbarer zu machen. Viele Unternehmen wissen gar nicht, welches Fachkräftepotenzial unter ihren Mitarbeitern schlummert. Diese Talente müssen geweckt werden“, appellierte Müller. Der IHK für München und Oberbayern dankte der Staatssekretär insbesondere für ihre umfassen­de Unterstützung: „Ohne das Engagement der Kammern hätten wir diese Erfolgs­geschichte nicht schreiben können.“

Auch Bayerns Arbeitsstaatssekretär Johannes Hintersberger gratulierte bei der Urkundenübergabe: „Angesichts des bestehenden Fachkräftebedarfs können wir nicht zulassen, dass gut ausgebildete Fachkräfte als einfache Helfer arbeiten. Deshalb ist es notwendig, mitgebrachte Abschlüsse so schnell wie möglich anzuerkennen. So haben ausländische Fachkräfte eine konkrete Perspektive, ihre erlernte berufliche Tätigkeit auszuüben. Arbeitgeber erhalten dadurch Kenntnis über die vorhandenen Qualifikationen. Das erleichtert die Integration in den Arbeitsmarkt. Unterstützung bieten in Bayern Beratungsstellen in jedem Regierungsbezirk. Sie stehen allen, die ihre bereits erworbenen Qualifikationen anerkennen lassen wollen, mit Rat und Tat zur Seite.“

Ansprechpartnerin für das Anerkennungsverfahren bei der IHK für München und Oberbayern ist Nadine Ollivier, erreichbar unter (089) 5116 1679. Mehr Informationen auch im Internet unter www.ihk-fosa.de.

Bildunterschriften von links:
Foto 1: Peter Driessen (Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern) Mihai Pop (Verkäufer aus Rumänien), Akiniwale Benard Akinnifesi (Kaufmann für Büromanagement aus Nigeria), Justina Glashauser (Kauffrau für Büromanagement aus Litauen), Stefan Müller, MdB (Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung, und Forschung), Johannes Hintersberger, MdL (Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration), Nada Rakic (Köchin aus Bosnien und Herzegowina)

Foto 2: Peter Driessen (Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern), Abdulwahab Khedhir Ismail (Industrieelektriker/-in FR Betriebstechnik aus dem Irak), Tomasz Krzysztof Duda (Industrieelektriker/-in FR Geräte und Systeme aus Polen), Georgios Kyriakakis (Elektroanlagenmonteur aus Griechenland), Stefan Müller, MdB (Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung), Johannes Hintersberger, MdL (Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration), Konstantinos Zouzoulas (Elektroniker für Informations- und Systemtechnik aus Griechenland), Nisvet Nuhic (Elektroanlagenmonteur aus Bosnien und Herzegowina), Miroslav Zaduban (Fachkraft für Metalltechnik FR Zerspanungstechnik aus der Slowakei), Amin Nourani (Elektroniker für Betriebstechnik aus dem Iran), Michele Chiazza (Elektroniker für Betriebstechnik aus Italien).
© Tobias Hase für die IHK für München und Oberbayern