14.03.2017

Bayerische Wirtschaft sieht Russland als Zukunftsmarkt

Moskau / Red Square in the morning
© Sobolev Igor /fotolia

Die bayerische Wirtschaft unterstützt die Absicht der Bayerischen Staatsregierung, die Beziehungen zu Russland zu verbessern. „Die bayerischen Exporte nach Russland leiden unter den seit August 2014 geltenden Sanktionen, viel mehr aber unter der schweren Wirtschaftskrise in Russland, die seit 2013 andauert. Auch ohne die Sanktionen hat Russland wegen des Rubel- und Ölpreisverfalls als Exportmarkt für Bayern an Bedeutung verloren“, sagt Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), im Vorfeld der Delegationsreise der Staatsregierung nach Russland.

BIHK-Präsident Sasse: „Müssen den Dialog auf allen Ebenen aufrecht erhalten“‎

Die bayerische Wirtschaft steht den Sanktionen weiter skeptisch gegenüber, auch wenn ein vorzeitiges Ende der Strafmaßnahmen unrealistisch ist. „Die bisherigen Erfahrungen mit Sanktionen zeigen, dass sie meist nicht geeignet sind, die damit verbundenen politischen Ziele zu erreichen. Die bayerische Wirtschaft begrüßt, dass Ministerpräsident Seehofer in dieser schwierigen Situation weiter im Gespräch mit Russland bleibt“, erklärt Sasse. Russland sei ein wichtiger Zukunftsmarkt für die bayerische Wirtschaft. „Wir müssen den Dialog auf allen Ebenen aufrecht erhalten“, sagt der BIHK-Präsident, der Ministerpräsident Seehofer bei der Reise begleitet.

Seit 2012, als Bayern Waren im Wert von 4,6 Milliarden Euro nach Russland exportierte, ist das Ausfuhrgeschäft um 44 Prozent zurückgegangen. 2016 betrug das Exportvolumen nur noch 2,6 Milliarden Euro. Dies entspricht allerdings einem Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutsche Unternehmen nennen die Inflation und den schwachen Rubel sowie die russische Konjunkturschwäche noch deutlich vor den Sanktionen als Störfaktoren für ihr Russlandgeschäft. Von den Befragten rechnen 40 Prozent mit steigenden Exporten nach Russland, nur neun Prozent mit weiteren Rückgängen, so eine aktuelle Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Zu den wichtigsten Exportgütern Bayerns nach Russland gehören Kraftfahrzeuge, Maschinen und Elektrotechnik.