15.02.2017

Bayerische Wirtschaft sieht Position für Ceta gestärkt

Empty road and containers in harbor at sunset

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat heute das Volksbegehren zum Handelsabkommen Ceta zwischen der EU und Kanada gestoppt.

Sasse: „Gute Nachricht für Exportland Bayern“ ‎

Dazu erklärt Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK): „Ceta hat eine weitere Hürde genommen, das ist eine gute Nachricht für das Exportland Bayern. Gleichzeitig zeigt die hitzige Diskussion um Ceta, dass es vielen Bürgern um mehr als ein Handelsabkommen geht. Die Globalisierung verunsichert, obwohl Bayern einen großen Teil seines Wohlstands durch den freien Handel erwirtschaftet und viele Arbeitsplätze direkt vom Export abhängen. Befürworter von Ceta und Skeptiker stimmen überein: Wir brauchen Normen und Werte in einer globalisierten Welt. Deswegen unterstützt die bayerische Wirtschaft Handelsabkommen wie Ceta, weil mit ihnen diese Normen und Werte formuliert und durchgesetzt werden.“

„Die Ceta-Skeptiker werden nun andere Wege suchen, das Handelsabkommen zu verzögern oder zu verhindern. Die Wirtschaft wird sich deswegen weiter für Ceta einsetzen, und zwar solange bis das Abkommen unter Dach und Fach ist. Wir wünschen uns dabei eine wahrheitsgemäße Diskussion, ohne Panikmache von Seiten der Skeptiker“, so der BIHK-Präsident weiter. „Ceta ist kein Schreckgespenst, sondern ein Zukunftsmodell für die Handelsbeziehungen der EU mit der ganzen Welt. Die Gegner setzen auf Fehlinformationen und diffuse Ängste statt auf Argumente“, sagt Sasse. „Unsere hohen europäischen Standards im Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitsschutz sind garantiert, die Daseinsvorsorge bleibt durch Ceta unberührt“, unterstreicht der BIHK-Präsident.

Industrieunternehmen aus dem Freistaat erzielten nach den aktuellsten vorliegenden Zahlen 2015 mehr als 52 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. Nach Kanada gingen bayerische Waren im Volumen von 1,7 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kanada lag damit auf Platz 22 der wichtigsten Exportmärkte Bayerns.