Pressemeldung vom 29.10.2020

Vielen oberbayerischen Betrieben droht schwere Zeit

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© Gustavo Fring von pexels

29.10.2020 - Die neuen Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland werden viele Teile der oberbayerischen Wirtschaft schwer treffen. „Auch wenn der von Bundeskanzlerin und Länderchefs beschlossene Lockdown light ein harter Eingriff für unsere Unternehmen ist, hätte ein komplettes Herunterfahren des öffentlichen und des wirtschaftlichen Lebens deutlich schwerwiegendere Folgen gehabt“, erklärt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern. Wichtig sei weiterhin, dass die strengen Beschränkungen sowohl wirtschaftliches Handeln als auch den Infektionsschutz der Bevölkerung gewährleisten.

IHK-Chef Gößl: Lockdown light besser als kompletter Shutdown / Zusatzhilfen schnell nötig

„Den Verschärfungen muss jetzt so schnell wie möglich die Umsetzung der angekündigten Nothilfen für die betroffenen Betriebe folgen“, fordert Gößl. Der IHK-Chef betont, dass die angeordneten Schließungen zum totalen Umsatzverlust führen werden und sich die teilweise ohnehin schon existenzbedrohende Lage in einigen Branchen weiter verschärfen wird. „Die Pläne einer außerordentlichen Wirtschaftshilfe mit einem Finanzvolumen von bis zu 10 Milliarden Euro sind der richtige Weg. Damit die Betriebe möglichst schnell das Geld erhalten, müssen offene Fragen, unter anderem zum Kreis der Berechtigten oder einer möglichen Anrechnung anderer Zuschüsse, sofort geklärt werden.“

Die Wirtschaft in Oberbayern warnt vor dem Aus vieler Geschäftsideen und Betriebe, wenn die staatlichen Zuschüsse und Hilfen nicht schnell und unbürokratisch bei den Betroffenen ankommen. „Gerade Soloselbstständige treffen die Einschränkungen hart, waren bislang aber von Hilfsprogrammen überwiegend ausgenommen, weil nur Fixkosten förderfähig waren. Ein Unternehmerlohn für Soloselbstständige von monatlich mindestens 1.000 Euro, der ohne Auflagen für die privaten Lebenshaltungskosten eingesetzt werden kann, wäre ein Mindestmaß an Wertschätzung“, betont Gößl. „Wir dürfen nicht riskieren, dass unser Wirtschaftssystem Corona-bedingt eine tragende Säule und große Berufsgruppe verliert.“