05.04.2019

Erdgasfernleitung Monaco steht, jetzt Gaskraftwerke ermöglichen

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Die heutige Inbetriebnahme der Erdgasfernleitung Monaco im oberbayerischen Finsing markiert nach Ansicht des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) einen Meilenstein in der Energiewende. Mit dem leistungsfähigen Anschluss Bayerns an die österreichischen Erdgasspeicher und das internationale Übertragungsnetz sei nun der Betrieb zusätzlicher Gaskraftwerke im Freistaat möglich.

BIHK-Chef Gößl: „Energiewende braucht dringend Marktanreize für Grundlastkraftwerke“‎

"Gaskraftwerke stehen zwar aktuell nur für rund ein Achtel der Stromproduktion in Bayern. Sie werden aber mit Abschalten der letzten bayerischen Kernkraftwerke 2022 eine ganz neue Bedeutung als grundlastfähige und relativ klimafreundliche Säule in unserem Strom-Mix bekommen", sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl.

Die Kernkraft trägt derzeit noch mehr als ein Drittel zur bayerischen Stromerzeugung bei. Der BIHK fordert deswegen den Ausbau grundlastfähiger Kraftwerke, darunter auch Wasserkraftwerke, sowie entsprechende Marktanreize und Rahmenbedingungen für deren wirtschaftlichen Ausbau und Betrieb. "Erdgas kann einen großen Teil dieser Lücke füllen und bleibt selbst nach einem Bau der Stromtrassen ein wichtiger Pfeiler der bayerischen Energieversorgung", unterstreicht Gößl.

Gaskraftwerke können planbar rund um die Uhr laufen und damit die schwankende Stromerzeugung von Solarzellen und Windkraftanlagen ausgleichen. Dazu bleibt Erdgas auch jenseits der Stromerzeugung auf lange Sicht ein wichtiger Energieträger für Industrie, Fernwärmenetze und private Haushalte. So sind über 1,2 Millionen bayerische Haushalte ans Gasversorgungsnetz angeschlossen. Nur sechs Prozent des in Bayern verbrauchten Erdgases werden derzeit in Gaskraftwerken verstromt. 42 Prozent des Erdgasvolumens gehen direkt in die Industrie, 26 Prozent an private Haushalte.