28.02.2019

Keine Trendwende bei Gründungen im Freistaat

erfolgreiche junge frau hält einen vortrag zur existenzgründung
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Die Gründerflaute in Bayern hält an. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen im Freistaat ist 2018 nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik das neunte Mal in ‎Folge gesunken.

Neunter Rückgang in Folge / BIHK-Präsident Sasse: „Gründungsstandort Bayern stärken“‎

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 88.958 Neugründungen, ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betriebsübergaben an einen Nachfolger wurden 8.176 Mal verzeichnet, ein Rückgang um 9,3 Prozent.

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) führt die Durststrecke in erster Linie auf die anhaltend gute Konjunktur zurück: „Der bayerische Arbeitsmarkt bietet praktisch flächendeckend Vollbeschäftigung“, sagt BIHK-Präsident Eberhard Sasse. Damit sinke das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und die damit verbundenen Risiken einzugehen. Positiv sieht der BIHK den Trend zur besseren Vorbereitung einer Gründung, der durch Angebote wie die IHK-Gründermessen und Beratungen der Kammern befördert wird. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass viele Gründer den Sprung in die Selbstständigkeit zunächst mit weniger Risiko ausprobieren und sich langfristiger vorbereiten. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen im Nebenerwerb legte 2018 auf 48.265 zu, ein Anstieg um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Sasse fordert angesichts der mageren Gründerbilanz eine stärkere Kultur der Selbstständigkeit. Dazu gehöre ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. „Bereits in der Schule müssen außerdem die Chancen und der Wert des Unternehmertums für die Gesellschaft deutlich gemacht werden“, so Sasse. Der BIHK-Präsident betont die herausragende Rolle der Existenzgründer in der Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen stehen für Innovationen und Dynamik. Sie legen das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind im Bestand gefährdet, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko übernehmen wollen.“