11.10.2018

Bayerische Unternehmen stellen der Energiewende negatives Zeugnis aus

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Die Betriebe im Freistaat bewerten die Energiewende negativ. Auf einer Skala von Plus / Minus 100 beurteilen die Unternehmen die Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit mit minus 4,7 Punkten, die Industrieunternehmen sogar mit minus 6,25 Punkten.

BIHK zieht Bilanz: Mehr Stromausfälle und weiter steigende Preise

Das geht aus einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) hervor. Auf Bundesebene liegt der Wert bei minus 2,1. „Diese Ergebnisse sind ein Weckruf für die Politik. Ohne die Wirtschaft ist die Energiewende nicht zu schaffen“, mahnt BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Größte Belastung für die Unternehmen sind die sich verteuernden Strompreise: 42 Prozent geben an, dass die Stromkosten in den letzten 12 Monaten gestiegen sind, bei den Energiepreisen sind es 56 Prozent. „Die Energiekosten steigen jährlich, der Netzausbau lässt weiter auf sich warten. Das passt nicht zusammen“, so Driessen.

Neben einem schnelleren Netzausbau (75,8 Prozent) fordern die Betriebe beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren ‎‎(68,6 Prozent) sowie mehr Wettbewerb auf den Strom- und Gasmärkten (54,1 Prozent).‎ Driessen betont, dass bei der Preisentwicklung kein Ende in Sicht ist. „Ab 2022 beispielsweise muss Bayern nach der Abschaltung der letzten Atomkraftwerke rund 40 Prozent des benötigten Stroms importieren. Das kostet und wird die Betriebe weiter belasten“, so Driessen.

Für viele Branchen ist die Versorgungssicherheit bereits jetzt ein relevantes Thema. 14,5 Prozent der befragten Unternehmen berichten über Stromausfälle, die länger als drei Minuten gedauert haben. Zusammen mit den hohen Preisen wird das vor allem für energieintensive Industrieunternehmen zunehmend zum Problem. Eine Produktionsverlagerung ins Ausland ist deshalb für immer mehr Betriebe eine Option. Laut den BIHK-Zahlen haben in diesem Jahr bisher 28,3 Prozent der befragten Industriebetriebe eine Verlagerung ihrer Produktion ins Ausland entweder geplant oder bereits durchgeführt. „Das ist eine besorgniserregende Entwicklung“, fasst der BIHK-Hauptgeschäftsführer zusammen.