11.06.2018

Dettendorfer: „Alpenländer müssen beim Schienenverkehr endlich ernst machen“‎

gueterzug

Anlässlich des zweiten Gipfeltreffens zum Brennertransit in Bozen fordern die alpenländischen Handelskammern in einer gemeinsamen Erklärung tragfähige Lösungen und eine grenzübergreifende Strategie für den zunehmenden Güterverkehr auf der Brennerstrecke.

Gemeinsame Erklärung aller sieben alpenländischen Handelskammern zum Brenner-Gipfel

„Die Kammern von München und Oberbayern, Tirol, Bozen, Trient, Verona, Vorarlberg und Salzburg erwarten von der Politik das verpflichtende Bekenntnis, die Bahninfrastruktur substantiell und zügig auszubauen. Deutschland, Österreich und Italien müssen endlich ernst machen“, erklärt IHK-Vizepräsident Georg Dettendorfer, der auch Vorsitzender des Verkehrsausschusses beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin ist.

„Ohne zuverlässigen Güterverkehr zu wettbewerbsfähigen Preisen wird es keine nennenswerte Verlagerung auf die Schiene und damit keine Entlastung der Brennerautobahn geben. Die Zeit leerer Versprechungen ist schon lange vorbei“, bekräftigt Dettendorfer. Konkret fordern die Kammern die vollständige Fertigstellung aller Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel, den Ausbau und die Modernisierung der bestehenden Umschlagterminals sowie neue Verbindungen für die rollende Landstraße. Außerdem sind weitere technische Standards notwendig, damit Güterzüge die Strecke ohne Zwischenstopps befahren können. „Die Brennerachse ist ein Verkehrskorridor von europäischer Dimension. Ländergrenzen dürfen deshalb im betrieblichen Ablauf keine Rollen mehr spielen“, so der IHK-Vizepräsident.

Blockabfertigungen an der deutsch-österreichischen Grenze lehnt der Dettendorfer weiter ab: „Eine derartige Beschränkung des Verkehrs behebt nicht das eigentliche Problem. Stattdessen müssen die Gipfeltreffen langfristige und konstruktive Lösungen entwickeln.“ Die gemeinsame Positionierung aller betroffenen Handelskammern bezeichnet der Logistikunternehmer als Meilenstein: „Die Unternehmen in Deutschland, Österreich und Italien denken und handeln längst europäisch. Genauso muss auch die Wirtschaft über alle Länder hinweg mit einer Stimme sprechen.“