25.01.2018

IHK: Keine Dieselfahrverbote zulassen

transporter Diesel Einfahrverbot
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Die IHK für München und Oberbayern lehnt Dieselfahrverbote ab. „Fahrverbote würden dem Wirtschaftsstandort München massiven Schaden zufügen und noch mehr Verkehrschaos verursachen, weil der uneingeschränkte Wirtschaftsverkehr für die Funktionsfähigkeit einer Metropole wie München unerlässlich ist“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen den gestern im Stadtrat vorgestellten Plan des Münchner Umweltreferats.

Blaue Plakette nur mit Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen

Eine blaue Plakette wäre aus Sicht der Wirtschaft nur mit ausreichenden Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen möglich, die sich an den durchschnittlichen Nutzungszeiträumen von Dieselfahrzeugen orientieren. Damit sollen die betrieblichen Fuhrpark-Investitionen der vergangenen Jahre und der Arbeitnehmer geschützt werden. „Die übereilte Einführung eines partiellen Dieselfahrverbotes würde zum gegenwärtigen Zeitpunkt mehr als 90 Prozent aller Dieselfahrzeuge aus der Innenstadt aussperren. Damit würde die Münchner Wirtschaft in großen Teilen zum Erliegen kommen: Waren können nicht mehr zugestellt werden, Busse und Taxis keine Personen mehr befördern und Handwerker ihre Kunden nicht aufsuchen. Viele Tausende von Arbeitnehmern würden ihre Arbeitsplätze in und außerhalb der Stadt nicht mehr erreichen können. Eine solche Perspektive ist nicht realistisch“, so Driessen. Solange es zudem keine praktikablen Alternativen zum Diesel bei schweren Nutzfahrzeugen, Bussen und Baumaschinen gibt, ist ein Verbot laut IHK absolut illusorisch.

Um den Schadstoff-Ausstoß zu verringern und gleichzeitig die Erreichbarkeit der Innenstadt weiterhin sicherzustellen, hat die IHK einen Maßnahmenmix vorgeschlagen. Dazu gehören beispielsweise der schnelle Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, die Umstellung von Linienbussen und Taxis auf emissionsarme Antriebe sowie ein Ausbau von Ladestationen für eAutos. Wichtig ist auch, den Umstieg zwischen den Verkehrsträgern zu erleichtern. „Die Wirtschaft beteiligt sich konstruktiv an der Zukunft Münchens“, betont Driessen.