07.12.2017

Blockabfertigung im Inntal: IHK fordert Zusammenarbeit statt Alleingänge

Die von Tirol angekündigten LKW-Blockabfertigungen am 9. Dezember sowie deren voraussichtliche Weiterführung 2018 sind keine geeigneten Antworten auf die Herausforderungen im alpenquerenden Güterverkehr. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern.

Bessere Voraussetzungen beim kombinierten Verkehr im Alpentransit schaffen

„Anstelle von solchen nicht abgestimmten Alleingängen brauchen wir in Transitfragen eine grenzübergreifende Strategie von München bis Verona. Ein lösungsorientierter und konstruktiver Dialog muss dabei alle Interessen berücksichtigen. Blockabfertigungen führen bei den Unternehmen zu erheblichen Zeit- und Umsatzeinbußen und erschweren die Planungen“, stellt IHK-Vizepräsident Georg Dettendorfer fest.

Darüber hinaus rechnet die IHK mit umfangreicher Staubildung zu Lasten von Pendlern und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tirol. Der Vorsitzende des IHK-Verkehrsausschusses Dettendorfer stellt die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme in Frage und betont, dass kurzfristig Kompromisse möglich sind. Dazu gehört beispielsweise eine Durchfahrtserlaubnis für LKWs, die ab Wörgl die rollende Landstraße (RoLa) bis zum Brenner bzw. bis nach Trient nutzen sowie die Lockerung des Nachtfahrverbots im Inntal. Der Königsweg bleibt aber, den Bahn-Anteil im Güterverkehr über die Alpen weiter zu erhöhen.

Dafür nimmt Dettendorfer auch Deutschland in die Pflicht: „Beim Brenner-Nord-zulauf müssen Bund und Bahn endlich aufs Tempo drücken. Damit der Schienenverkehr zudem wieder näher an die Unternehmen kommt, benötigt Bayern mehr Knotenpunkte für die RoLa und Güterbahnhöfe sowie ein zuverlässigeres und flexibleres Angebot der Bahn. Das sind wesentliche Voraussetzungen, um den kombinierten Verkehr für die Betriebe wirtschaftlicher und besser planbar zu machen. Allein mit den Lippenbekenntnissen der vergangenen Jahren werden nicht mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert“.