13.11.2017

‎67 Azubis aus Fluchtherkunftsländern in Ingolstadt

Team Of Engineers Having Discussion In Factory

Derzeit absolvieren 67 junge Erwachsene aus Fluchtherkunftsländern eine berufliche Ausbildung in der Stadt Ingolstadt. 36 von ihnen haben ihre Ausbildung zum Start des Ausbildungsjahres 2017/2018 begonnen. Das geht aus der aktuellen Ausbildungsstatistik der IHK für München und Oberbayern hervor. Die meisten Azubis aus Fluchtherkunftsländern kommen aus Afghanistan (13), Eritrea (5) und Syrien (3).

IHK-Integrationsberater Brunhuber: „Unternehmen haben enormen Beratungsbedarf"

IHK-Mitgliedsunternehmen, die einen Geflüchteten in Ausbildung übernehmen möchten, können sich seit über einem Jahr zur Beratung an ein eigenes Integrationsteam der IHK wenden. Dieses hat die IHK im Rahmen des Integrationspakts Bayern, den die bayerische Staatsregierung 2015 mit der Wirtschaft in Freistaat geschlossen hat, aufgebaut. Ingolstädter Unternehmen unterstützt Integrationsberater Hansjörg Brunhuber. Er berät sie zu allen praktischen, rechtlichen und interkulturellen Fragen vor, während und nach der Ausbildung, des Weiteren auch zum Anerkennungsverfahren sowie Förder- und Begleitmöglichkeiten.

„Die Unternehmen sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen, wenn es um die Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung und Arbeit geht. Sowohl bei den Betrieben als auch bei den Geflüchteten gibt es jedoch große Unsicherheiten, vor allem aufgrund der vielen bürokratischen Hürden. Genau hier setzen wir als Berater mit unserer Expertise und unserem breiten Netzwerk an“, fasst Brunhuber seine bisherigen Erfahrungen zusammen Die Nachfrage der Unternehmen nach qualifizierter Beratung, so Brunhuber weiter, habe in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Schwerpunkte in den Beratungsgesprächen sind die rechtlichen Aspekte zur sogenannten „3 plus 2 Regelung“ und zum Arbeitsmarktzugang. Weitere Herausforderungen sind vor allem im ländlichen Bereich der Zugang zu berufsbezogenen Sprachförderangeboten und Nachhilfemöglichkeiten.

Fritz Peters, Vorsitzender des Regionalausschusses Ingolstadt, ist überzeugt: „Die Integration der Geflüchteten ist eine riesige Kraftanstrengung für die Wirtschaft. Allein der Spracherwerb und die kulturelle Einbindung verlangen den Unternehmen in jedem Einzelfall viel Ausdauer und Geduld ab. Diese Leistung der Betriebe, ihrer Ausbilder und Mitarbeiter kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie ist die Basis für die erfolgreiche Integration der Flüchtlinge durch Arbeit und Ausbildung, auf die wir auch in unserer Region zu Recht stolz sein können.“

Im Sinne einer bürokratischen Entlastung für Betriebe, Geflüchtete und Berufsschulen fordert die IHK jetzt eine Stichtagsregelung. Allen hier befindlichen Flüchtlingen, die beruflich qualifiziert oder in Ausbildung sind, soll der gesicherte Aufenthalt über das Bundesintegrations- oder Zuwanderungsgesetz freigemacht werden, ohne dass sie dafür in ihr Heimatland zurückkehren müssen.

Unternehmen aus der Stadt Ingolstadt, die an einer Beratung interessiert sind, erreichen Integrationsberater Hansjörg Brunhuber telefonisch unter (089) 5116-2049 oder per Email an hansjoerg.brunhuber@muenchen.ihk.de. Für die IHK-Auswertung wurden unter anderem die Nationalitäten der Haupt-Fluchtherkunfts­länder laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) analysiert. Der Aufenthaltsstatus der Auszubildenden wurde dabei von der IHK nicht erfasst.