11.10.2017

Goldener Herbst für bayerische Wirtschaft: Geschäftslage auf Rekordniveau‎

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Die Konjunktur in Bayern läuft weiter auf Hochtouren. Die Geschäftslage in den Betrieben hat sich seit Frühjahr noch einmal verbessert und erreicht den dritten Rekordwert in Folge. Auch in den kommenden zwölf Monaten rechnen die Unternehmen mit Zuwächsen.

Driessen: „Ende des Booms ist nicht in Sicht“ / Fachkräftemangel bleibt größtes Risiko‎

Der BIHK-Konjunkturindex, der Lage und Erwartungen abbildet, steigt im Vergleich zum Herbst 2016 von 128 auf 132 Punkte – der höchste Herbst-Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 1993. Wegen der üblichen jahreszeitlichen Eintrübung zu Beginn des Winterhalbjahres ist der Index unter den Frühjahrs-Wert von 135 Punkten gefallen. Dies geht aus der heute in München vorgestellten Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter rund 3.900 Betrieben im Freistaat hervor.

„Die bayerische Wirtschaft startet in einen goldenen Herbst. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen in München. „Dank starker Nachfrage sowohl aus dem In- und dem Ausland sind 58 Prozent der bayerischen Unternehmen mit ihrer aktuellen Lage zufrieden und nur fünf Prozent unzufrieden“, so Driessen. Der Boom werde weitergehen, da in den kommenden zwölf Monaten weniger als ein Zehntel der Betriebe Rückgänge erwartet. Dagegen rechne fast ein Viertel der Unternehmen sogar mit weiteren Zuwächsen. „Die bayerische Wirtschaft bereitet der zukünftigen Bundesregierung perfekte Startbedingungen. Noch nie waren die konjunkturellen Rahmenbedingungen zu Beginn einer Legislaturperiode besser als jetzt“, so der BIHK-Chef mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen in Berlin.

Auch bei der Beschäftigung wird sich der Rekord im Freistaat fortsetzen: 20 Prozent ‎der Betriebe wollen zusätzliches Personal einstellen, nur zehn Prozent Stellen streichen. Dagegen bleibt der Fachkräftemangel die Achillesferse der bayerischen Wirtschaft: 59 Prozent der Unternehmen – so viele wie noch nie zuvor – sehen im Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko. Vor Jahresfrist sagten dies erst 50 Prozent.

Die politischen Risiken treten wieder mehr in den Hintergrund: Stuften im Frühjahr noch 30 Prozent der Unternehmen den Brexit als Risiko ein, sind es aktuell nur noch 20 Prozent. Ebenfalls verkleinert haben sich die Sorgen vor einem weltweit steigenden Protektionismus. Ihn sahen im Frühjahr 37 Prozent der Unternehmen als Risiko, derzeit nur noch 29 Prozent. „Zusätzlich dürfte auch der europafreundliche Ausgang der Wahlen in Frankreich für eine gewisse Beruhigung gesorgt haben“, sagte BIHK-Chef Driessen.

Von der kommenden Bundesregierung forderte Driessen als absolute Priorität eine Wirtschaftspolitik, die Deutschland fit für die digitale Welt macht. Dazu gehörten ein schneller Ausbau der Datenautobahnen und Funknetze, innovationsfreundliche Datenschutzregeln ohne überzogene Anforderungen an die Unternehmen sowie eine Modernisierung des Arbeitsrechts. Außerdem mahnte der BIHK-Chef einen Systemwechsel bei der Energiewende an. „Da die digitale Welt mit Strom betrieben wird, ist eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ein elementarer Wettbewerbsfaktor“, so Driessen.