02.06.2017 - Bad-Tölz-Wolfratshausen

Betriebsgründungen im Landkreis sind weiter rückläufig

Auch 2016 hat die Lust, ein Unternehmen zu gründen, im Landkreis weiter nachgelassen, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Insgesamt 1.041 Personen meldeten ein Gewerbe an, was einem Rückgang um 10,9 Prozent entspricht. Damit liegt der Landkreis noch über dem Negativtrend in Bayern und Oberbayern. Hier gingen die ‎Existenzgründungen im Vergleich zu 2015 um 5,3 beziehungsweise 8,5 Prozent zurück.‎‎ Besonders deutlich fällt das Minus bei den Betriebsübernahmen aus. Diese gingen um 17,4 Prozent auf 57 Übernahmen zurück. Mit 984 Gewerbeanmeldungen nahm die Zahl der Neugründungen um 10,5 Prozent ab.

Unternehmensnachfolger bleiben Mangelware ‎

Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Bad Tölz-Wolfrats­hausen, verweist auf die Auswirkungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region punktet mit Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an der Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken.“ Krämmel fordert deshalb mehr Unterstützung für Gründer und Betriebsnachfolger: „Wir brauchen ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. Die bewährten regionalen Beratungsangebote der IHK für Existenzgründer oder Unternehmer-Netzwerke wie GO-Business zur Unterstützung junger Unternehmen sind zwar ein wichtiger Beitrag, reichen aber nicht mehr aus, um den gewünschten Unternehmernachwuchs zu gewinnen. Bereits in der Schule müssen wir die Chancen und Werte des Unternehmertums und dessen Bedeutung für den gesellschaftlichen Wohlstand deutlich machen.“

Am beliebtesten sind im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Gründungen im Handel (18,2 Prozent), in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (14,2 Prozent) und in den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (9,8 Prozent). Bei den Übernahmen liegt das Gastgewerbe ganz vorne (26,3 Prozent), gefolgt vom Handel (24,6 Prozent) und dem Baugewerbe (14 Prozent).

Existenzgründer sind für die Entwicklung der Wirtschaft von großer Bedeutung, so Krämmel: „Start-Ups beflügeln Innovationen und Dynamik und sind damit unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Doch auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko der Vorgängergeneration übernehmen wollen.“

Die IHK-Auswertung basiert auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.