02.06.2017 - Weilheim - Schongau

Betriebsgründungen im Landkreis sind weiter rückläufig

Auch 2016 hat die Lust, ein Unternehmen zu gründen, im Landkreis weiter nachgelassen, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Insgesamt 986 Personen meldeten ein Gewerbe an, was einem Rückgang um 8,7 Prozent entspricht. Damit folgt der Landkreis dem Negativtrend in Bayern und Oberbayern. Hier gingen die ‎Existenzgründungen im Vergleich zu 2015 um 5,3 beziehungsweise 8,5 Prozent zurück.‎‎ Mit 889 Gewerbeanmeldungen nahm die Zahl der Neugründungen um 10,5 Prozent ab. Bei den Übernahmen hingegen konnte ein Plus von 11,5 Prozent verzeichnet werden.

‎2016 wieder mehr Übernahmen ‎

Herbert Klein, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau, verweist auf die Auswirkungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region punktet mit Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an der Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken.“ Klein fordert deshalb mehr Unterstützung für Gründer und Betriebsnachfolger: „Wir brauchen ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. Bereits in der Schule müssen wir die Chancen und Werte des Unternehmertums und dessen Bedeutung für den gesellschaftlichen Wohlstand deutlich machen.“

Am beliebtesten sind im Landkreis Weilheim-Schongau Gründungen im Handel
(22,3 Prozent), in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (12,7 Prozent) und in den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (9,2 Prozent). Bei den Übernahmen liegt das Baugewerbe ganz vorne (28,9 Prozent), gefolgt vom Handel (19,6 Prozent) und dem Gastgewerbe (15,5 Prozent).

Existenzgründer sind für die Entwicklung der Wirtschaft von großer Bedeutung, so Klein: „Start-Ups beflügeln Innovationen und Dynamik und sind damit unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Doch auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko der Vorgängergeneration übernehmen wollen.“

Die IHK-Auswertung basiert auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.