02.06.2017 - Garmisch-Partenkirchen

Betriebsgründungen nehmen im Landkreis wieder zu ‎

Entgegen dem oberbayerischen Trend wollen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wieder mehr Menschen ihr eigener Chef werden, so die IHK für München und Oberbayern. 2016 meldeten insgesamt 863 Personen ein Gewerbe an, was einem Plus von 8,3 Prozent entspricht. Zum Vergleich: In Bayern und Oberbayern gingen die ‎Existenzgründungen hingegen um 5,3 beziehungsweise 8,5 Prozent zurück.‎‎ Mit 748 Gewerbeanmeldungen nahm die Zahl der Neugründungen um zehn Prozent zu. Bei den Übernahmen hingegen musste ein Minus von 1,7 Prozent verzeichnet werden.

Übernahmen bleiben Sorgenkind

Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen, verweist auf die Auswirkungen der aktuell insgesamt guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region punktet nahezu mit Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an der Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken. Umso mehr freut es mich, wenn wir trotzdem steigende Gewerbeanmeldungen verzeichnen können.“ Lingg fordert deshalb weiterhin Unterstützung für Gründer und Betriebsnachfolger: „Wir müssen das Gründungsklima weiter verbessern. Weniger Bürokratie und einfachere Steuerregeln sind notwendig. Bereits in der Schule müssen wir die Chancen und Werte des Unternehmertums und dessen Bedeutung für den gesellschaftlichen Wohlstand deutlich machen.“

Am beliebtesten sind im Landkreis Gründungen im Handel (18 Prozent), in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (13,5 Prozent) und im Gastgewerbe (9,2 Prozent). Mit 47,8 Prozent kam fast die Hälfte der Übernahmen im Gastgewerbe zustande. Auch beliebt sind Übernahmen im Handel (16,5 Prozent) und im verarbeitenden Gewerbe (7 Prozent).

Existenzgründer sind für die Entwicklung der Wirtschaft von großer Bedeutung, so Lingg: „Start-Ups beflügeln Innovationen und Dynamik und sind damit unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Doch auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko der Vorgängergeneration übernehmen wollen.“

Die IHK-Auswertung basiert auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.