04.05.2017 - Landsberg

Schnelles Internet sichert den Wirtschaftsstandort ‎

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Eine zuverlässige und zukunftsorientierte Breitband­versorgung, die den Ansprüchen der Digitalisierung entspricht, entwickelt sich für immer mehr Unternehmen zu einem entscheidenden Standortfaktor. Doch in zahlreichen Gewerbegebieten des Landkreises ist sie nach wie vor Zukunftsmusik und die bestehende Infrastruktur hinkt den Bedürfnissen hinterher.

Scheuermann: „Breitbandanbindung der Gewerbegebiete muss dringend besser werden“‎

Der IHK-Regionalausschuss Landsberg am Lech will sich mit dieser unbefriedigenden Situation nicht zufrieden geben. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses stellte Reinhard Scheuermann, stellvertretender Vorsitzender, sogar in Frage, ob die Förderprogramme von Bund und Land das geeignete Mittel der Wahl seien, um die Versorgungsprobleme in den Gewerbegebieten zu lösen.

Das verneinte Josef Ledermann, von der IHK für München und Oberbayern öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Netze und Dienste in der Telekommunikation: „Mit den von Bund und Land angebotenen Förderprogrammen sind den Kommunen enge Grenzen gesetzt. Die existierenden Förderrichtlinien sind nicht dafür geschaffen, um Gewerbegebiete sinnvoll anzubinden, sondern richten sich stark an der Grundversorgung der breiten Bevölkerung aus.“ Hinzu kommt, dass in den Industriegebieten häufig bereits ein Ausbau mit xDSL-Technologie stattgefunden hat, so dass diese nicht mehr als förderfähige weiße Flecken gelten. Außerdem sei selbst eine Grund­versorgung mit 30 Mbit/s im Download für Unternehmen in der Regel nicht ausreichend, sie bräuchten Standleitungen und symmetrisches Breitband, so Ledermann. Wie solch eine Versorgung dennoch erreicht werden kann, stellte er anhand einiger Modellprojekte vor.

Bezahlbare Alternativen seien realisierbar, so der Sachverständige, wenn Kommunen und Gewerbetreibende das Problem gemeinsam schultern und ein auf entsprechende Dienstleistungen spezialisiertes Ingenieurbüro beauftragen, die Situation vor Ort zu analysieren und mögliche Versorgungs- und Tarifoptionen mit einem Breitbandversorger auszuarbeiten. „Der Erfolg steht und fällt mit der Bereitschaft der Kommune, einen Teil der Planungskosten mitzutragen. Ist sie das, dann haben wir am Ende zwei Gewinner: mit ihrer Breitbandversorgung zufriedene Unternehmen und eine Gemeinde, die einen wichtigen Beitrag zur Standortsicherung geleistet hat“, brachte es Ledermann abschließend auf den Punkt.

Die Mitglieder des Ausschusses begrüßten das für sie neue Erschließungs­modell, das einen wirklichen Ausweg aus einer unbefriedigenden Situation aufzeigt. Jens Wucherpfennig, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Weilheim, erklärte, auf Grundlage der neuen Erkenntnisse jetzt an die zuständigen Ansprechpartner in den Verwaltungen heranzutreten, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Zu Gast bei Rational
Die Sitzung des IHK-Regionalausschusses Landsberg am Lech fand bei der Firma Rational statt. Der Anbieter von Großküchentechnik zählt deutschlandweit etwa 850 Mitarbeiter und begeistert Profiköche seit über 40 Jahren. Etwa 750.000 Geräte sind weltweit im Einsatz. Mit ihnen werden täglich etwa 120 Millionen Essen zubereitet.

Bildunterschrift:
© IHK / Peter Wiedemann, Technik-Vorstand bei Rational, zeigt den Mitgliedern des
IHK-Regionalausschusses die Produktionshalle für die Rational Küchengeräte, Arbeitssitzung am 25.4.2017