09.03.2017 - Bad-Tölz-Wolfratshausen

Über 15 Prozent mehr Lehrverträge bei IHK-Ausbildungsbetrieben

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Die Zahl der Azubis im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat sich 2016 deutlich erhöht: Mit 325 neu abgeschlossenen Lehrverträgen in Industrie, Handel und Dienstleistungen ergibt sich ein sehr starkes Plus von 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern. 112 Verträge schlossen die Unternehmen in gewerblichen, 213 in kaufmännischen Ausbildungs­berufen ab.

Krämmel: „Wirtschaft baut auf verlässlichen Fachkräftenachwuchs“‎

Im oberbayernweiten Vergleich bewegt sich der Landkreis mit diesem Ergebnis deutlich gegen den Trend. Insgesamt ging im Regierungsbezirk die Zahl der Neuverträge um 0,6 Prozent zurück.

„Nichtsdestotrotz haben viele Betriebe zu kämpfen, sich ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Die Suche nach geeigneten Bewerbern läuft praktisch das ganze Jahr über und kreative Ideen, um die Jugendlichen für die duale Berufsausbildung zu begeistern, sind gefragter denn je“, sagt Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Bad Tölz-Wolfratshausen.

Insgesamt wurden der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr für den Landkreis 783 freie Ausbildungsplätze gemeldet. 88 blieben zum Stichtag 30. September 2016 unbesetzt. ‎ „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werben intensiv um jeden Schulabgänger und investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, bekommen aber häufig immer weniger Bewerbungen“, so Krämmel weiter. Als Hauptgründe nennt der Vorsitzende die rückläufigen Schulabgängerzahlen von Mittel- und Realschulen sowie den Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium. Krämmel fordert deswegen mehr bildungspolitischen Realitätssinn: „Eine Ausbildung ist für viele Schulabgänger eine bessere Wahl als ein abgebrochenes Studium.“

Laut der letzten IHK-Zählung sind derzeit 245 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis aktive Ausbildungsbetriebe. Sie stehen für rund
60 Prozent der dualen Ausbildungsverträge. Gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl der Ausbildungsbetriebe allerdings um sechs abgenommen. Seit dem Höchststand von 2006 haben sich damit per Saldo 66 Unternehmen aus der Ausbildung verabschiedet. Das ist jedes fünfte Unternehmen.