23.02.2017 - Garmisch-Partenkirchen

Geschäftslage so gut wie noch nie ‎

Die Wirtschaft in Garmisch-Partenkirchen ist fulminant ins neue Jahr gestartet. Noch nie seit Beginn der Landkreisauswertung im Jahre 2013 ging es der Wirtschaft besser als zur Zeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Für Unternehmer ist der Fachkräftemangel das Risiko Nummer 1‎

Die außerordentlich gute Stimmung beruht auf Rekordwerten bei der Bewertung der Geschäftslage durch die Unternehmen. „Insgesamt 58 Prozent bezeichnen sie als „gut“, nur vier Prozent hingegen als „schlecht“. Der Saldo bewegt sich damit auf dem neuen Rekordwert von 54 Punkten“, so der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Peter Lingg. Dieser ausgesprochen guten Ausgangssituation ist vermutlich aber auch geschuldet, dass die Unternehmen ihre Erwartungen für die kommenden zwölf Monate im Vergleich zur Herbstumfrage herabgesetzt haben. Nur noch jedes fünfte Unternehmen rechnet mit einer Belebung seines Geschäfts, im Herbst war es jedes vierte. Zehn Prozent befürchten aktuell eine Eintrübung.

Die zuversichtliche Grundstimmung spiegelt sich auch in den Investitions- und Beschäftigungsplänen der Wirtschaft wider. Jedes dritte Unternehmen will sein Investitionsbudget erhöhen. Per Saldo sind diese Pläne sogar spürbar angestiegen. Ein Boom ist jedoch nicht zu erwarten, denn 20 Prozent möchten überhaupt nicht investieren. Dieser Wert hat sich im Vergleich zur Herbstumfrage verdoppelt. Die Aussichten am Arbeitsmarkt fallen positiv aus: 15 Prozent der Unternehmen wollen Personal einstellen, vier Prozent Stellen abbauen. Mit einem Saldo von elf Punkten erreichen die Beschäftigungspläne den höchsten Stand seit vier Jahren.

Die Achillesferse für die Unternehmen bleibt jedoch der Fachkräftemangel. Rund jedes zweite befragte Unternehmen sieht darin das größte Risiko für seine wirtschaftliche Weiterentwicklung. Damit wird dieses Risiko ähnlich hoch bewertet wie in Bayern insgesamt.

Ein größeres Risiko als im bayernweiten Vergleich messen die Unternehmen der nachlassenden Inlandsnachfrage bei. Mehr als jedes zweite Unternehmen sieht hierin eine Gefahr. Ein Grund dafür könnte die Unberechenbarkeit des Wetters sein, das für eine Tourismus-Region von besonders großer Bedeutung ist.