Pressemeldung vom 25.02.2020 - Dachau - Ebersberg - Erding-Freising - Fürstenfeldbruck - Landkreis München - Landsberg - Starnberg

IHK-Konjunkturumfrage: Stimmung der regionalen Wirtschaft nicht verschlechtert

Baustelle
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Trotz anhaltender Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft hat sich die Stimmung der Unternehmen in der Region München nicht weiter verschlechtert.Zum Jahresbeginn 2020 ist der IHK-Konjunkturindex erstmals seit Herbst 2017 wieder leicht angestiegen. Er liegt derzeit bei 115 Punkten, wie die die IHK für München und Oberbayern mitteilt. Im vergangenen Herbst hatte der Index 112 Punkte erreicht. Trotzdem ist davon auszugehen, dass die Wirtschaft in der Region in diesem Jahr nur sehr verhalten wachsen wird.

Wirtschaftspolitische Risiken dämpfen Optimismus der Unternehmen in der Region München

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Unternehmen im Großraum München mit ihrer aktuellen Geschäftslage nur bedingt zufrieden sind. Als „gut“ bezeichneten 42 Prozent ihre Geschäftslage. Elf Prozent zeigten sich unzufrieden. Der Saldo der Geschäftslage bleibt mit 31 Punkten auf dem niedrigen Niveau vom Herbst. Damit laufen die Geschäfte aktuell deutlich schlechter an als vor zwölf Monaten.

Im Vergleich zu den Ergebnissen aus dem Herbst 2019 sind die Aussichten der Unternehmer für die kommenden zwölf Monate allerdings nicht mehr ganz so pessimistisch. Das Lager der Optimisten unter den Unternehmen ist mit 19 Prozent in der Umfrage genau genauso stark wie das Lager der Pessimisten. Damit liegen die Erwartungen jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorjahr. Die Wirtschaft in der Region dürfte in den kommenden Monaten damit allenfalls gering wachsen.

Mehr Unternehmen wollen Personal einstellen als Stellen streichen

Neben den schwachen Wachstumsaussichten verunsichern die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen die Unternehmen: Fast jeder zweite Betrieb (49 Prozent) sieht hier ein Risiko für das eigene Geschäft. Im Herbst waren es acht Prozentpunkte weniger. Entsprechend passen die Unternehmen ihre Investitionsplanungen an: Nur noch rund jedes fünfte will mehr investieren, im Herbst und vor einem Jahr waren es noch rund jedes vierte. 16 Prozent erklärten dagegen, ihre Investitionen zu reduzieren. Die Investitionspläne der Unternehmen sind damit auf dem niedrigsten Niveau seit 2010.

Bei der Beschäftigung möchten die Unternehmen im Vergleich zum Herbst wieder etwas mehr Stellen schaffen. Aktuell möchten laut Konjunkturumfrage 21 Prozent der Unternehmen zusätzliches Personal einstellen. Einen Personalabbau planen dagegen 13 Prozent.

Der Fachkräftemangel ist dennoch weiterhin ein großes Thema für die regionale Wirtschaft: Er ist für 51 Prozent der Unternehmen das größte Geschäftsrisiko. Allerdings zeigt sich auch hier die schwächere Konjunkturentwicklung, vor einem Jahr sahen noch 60 Prozent hierin ein Risiko. Für das Jahr 2020 sehen die Geschäftsleute unter anderem mit Sorge auf die Inlandsnachfrage, wirtschaftspolitische Hemmnisse und die Arbeitskosten.

Heinz: Billigerer Strom und weniger Bürokratie können die Wirtschaft ankurbeln

Für den Sprecher des IHK-Forums für die Region München und Vizepräsidenten der IHK, Otto Heinz, sind die Ergebnisse des Konjunkturberichts ein Weckruf für die Politik. „Die Stimmung in den Unternehmen hat sich immerhin nicht weiter eingetrübt. Ein klarer Aufschwung ist aber noch nicht in Sicht. Wir erwarten von der Politik, dass sie nun Maßnahmen ergreift, die das Wachstum stärken.“ Der Unternehmer aus dem Landkreis Freising fordert deswegen: „Konkret müssen Steuern gesenkt, Strompreise reduziert und Bürokratie abgebaut werden.“

Die IHK hatte für ihren Konjunkturbericht zahlreiche Unternehmen in der Landeshauptstadt München sowie den Landkreisen München, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Starnberg befragt. Dreimal im Jahr wird der IHK-Konjunkturbericht veröffentlicht.