14.10.2019 - Garmisch-Partenkirchen

IHK-Regionalausschuss: Situation bei Gewerbeflächen unbefriedigend ‎

© IHK

Ein unbefriedigendes Fazit, was die Entwicklung von Gewerbeflächen in Garmisch-Partenkirchen betrifft, zog der IHK-Regionalausschuss Garmisch-Partenkirchen auf seiner jüngsten Sitzung. Im Austausch mit Unternehmer Franz Hummel, Gastgeber der Sitzung in der Jugendherberge Mount10 im Bahnhofsareal, wurde deutlich, dass sich in dieser Hinsicht im Markt wenig bewegt.

Lingg: „Teilnahme an Studie zur Integration in den Münchner Verkehrsverbund ist wichtig“ ‎

Nachdem das gesetzliche Anbindegebot für Gewerbegebiete und weitere Auflagen die Gewerbeflächenausweisung vor Ort ohnehin erschweren, wünscht sich Hummel mehr Unterstützung von Seiten der Politik. Viele Firmen geben angesichts der aussichtslosen Lage auf und wandern ab, so der Unternehmer. Zusätzlich erschwere die zugespitzte Verkehrssituation auf den überlasteten Straßen den Betrieben die Zufahrt zu ihren Kunden. Zuschläge beim Lieferverkehr wegen Zeitverlust sind mittlerweile an der Tagesordnung. Viele Betriebe von außerhalb haben auch gar kein Interesse mehr, sich an Projektausschreibungen in Garmisch-Partenkirchen zu beteiligen, weil im Falle eines Zuschlags der zeitliche Anreiseaufwand zu hoch sei, so Hummel.

Über die Vorteile einer Integration in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) informierte Markus Haller von der MVV GmbH. Ein einheitlicher Tarif, abgestimmte Fahrpläne, eine einheitliche und übergreifende Fahrplanauskunft sowie Kostenvorteile für den Kunden würden die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs erheblich vereinfachen und ihn attraktiver machen, so der MVV-Experte. Laut Haller seien dann Fahrten wie von Ettal zur Münchner Allianz-Arena, für die heute bis zu drei Fahrkarten erforderlich sind, mit einem Ticket möglich. Kunden würden zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr motiviert, was die Entlastung der Straßen bewirke. „Das Verlagerungspotenzial ist nachgewiesen“, erläuterte Haller, „denn die Nachfrage sowohl im Pendler- als auch im Freizeit- und Gelegenheitsverkehr würde deutlich steigen.“

Natürlich führt eine Mitgliedschaft im MVV auch zu Mehrkosten für die neuen Landkreise, denn diese stehen damit in der Pflicht, ihr regionales Busangebot auszubauen. Gleichzeitig erhöht sich aber auch deren Position gegenüber dem Freistaat, um mehr Angebote im Schienenverkehr einzufordern. Diese sind allerdings häufig nur langfristig mit Investitionen in die Infrastruktur, wie beispielsweise dem zweigleisigen Ausbau der Schienenstrecke Weilheim - Garmisch-Partenkirchen, zu erreichen.

Eine Mitgliedschaft im MVV sei letztlich für jeden Landkreis, die Bürger aber auch die regionale Wirtschaft ein verkehrspolitischer Gewinn, so Hallers Fazit. Aktuell plane der MVV eine vom Freistaat Bayern geförderte Studie zur MVV-Erweiterung auf die umliegenden Landkreise, so Haller weiter. Untersucht werden die Rahmenbedingungen, Grundlagen und die Kosten, die durch eine Erweiterung entstehen. Ziel sei es jetzt, so der MVV-Experte, möglichst viele Landkreise für eine Beteiligung an der Studie zu gewinnen.

„Wir leben in einem sowohl für Einheimische als auch Touristen sehr attraktiven Landkreis, der allein durch den Zuzug neuer Mitbürger künftig noch mehr Verkehr anziehen wird. Es ist daher wichtig, dass der Landkreis allen Optionen offen begegnet, die zu einer Verkehrsentlastung beitragen. Das schließt den öffentlichen Nahverkehr unbedingt ein. Eine Teilnahme des Landkreises an der Studie ist deshalb aus Sicht der Wirtschaft absolut sinnvoll“, so das Schlusswort des Regionalausschussvorsitzenden Lingg.

Bildunterschrift: © IHK / Markus Haller vom MVV stellte die Services des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes vor.