24.07.2019 - Bad-Tölz-Wolfratshausen

Mangelware Azubi – Fachkräftenachwuchs dringend gesucht ‎

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Für die Betriebe im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist es auch dieses Jahr eine große Herausforderung, ihre Ausbildungsplätze mit ausrei­chend Azubis zu besetzen. Wenige Wochen vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 326 Lehrstellen unbesetzt.

Noch über 320 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Ihnen stehen 168 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Bei einer Lücke von 158 fehlenden Bewer­bern ist der IHK für München und Oberbayern zufolge damit zu rechnen, dass heuer erneut eine Rekordzahl an Ausbildungsplätzen im Landkreis nicht besetzt werden kann.

„Die Betriebe stehen vor einem Dilemma, denn der Arbeitsmarkt ist wie leergefegt. Um sich ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern, setzen viele auf die Ausbildung. Mit 717 ge­meldeten Ausbildungsplätzen ist das Angebot dieses Jahr erneut sehr groß“, sagt Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Bad Tölz-Wolfrats­hausen. Er fordert Eltern und Schüler daher auf, sich frühzeitig über die Chancen, die eine Berufsausbildung bietet, zu informieren. „Unsere Azubis erwartet nach erfolgrei­chem Ausbildungsabschluss eine spannende und erfüllende berufliche Zukunft, die ihnen alle Wege offen lässt. Für jene, die bislang noch keinen Erfolg mit ihrer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz hatten, gilt es jetzt, dranzubleiben und sich weiter zu bewerben. Sie haben noch beste Karten, um im September mit einer Ausbildung durchzustarten“, ermutigt der Vorsitzende.

Laut Krämmel bietet eine Berufsausbildung nicht nur jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven. „Egal in welchem Alter oder Lebensabschnitt, eine duale Berufsausbildung ermöglicht immer einen ausgezeichneten beruflichen Neustart. Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Umbrüche, die von uns zunehmend die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen einfordert. Beruflich neu anzufangen, ist daher keine Frage des Alters, sondern des Mutes, der Neugierde und des Willens“, so der Unternehmer.

Er appelliert auch an die Politik, sich noch stärker für eine ausgewogene Balance zwischen dem beruflichen und akademischen Bildungsweg einzusetzen. „Zwar sank im vergangenen Jahr bayernweit die Zahl der Studienanfänger bei einem gleichzeitigen Azubi-Plus in Bayerns Betrieben, aber das Umdenken in der Gesellschaft verbunden mit mehr Wertschätzung gegenüber der beruflichen Ausbildung hat erst begonnen.“ Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich im Landkreis mit derzeit über 850 Azubis in 261 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.