28.10.2016 - Bad-Tölz-Wolfratshausen

Wirtschaft macht sich für bezahlbaren Wohnraum stark

Der IHK-Regionalausschuss Bad Tölz-Wolfratshausen will angesichts des Mangels an bezahlbarem Wohnraum stärker auf Politik und Verwaltung im Landkreis einwirken. Ziel ist es, im Schulterschluss mit den Entscheidungsträgern Lösungen zu erarbeiten. „Die angespannte Situation auf dem Mietwohnungsmarkt verstärkt zunehmend den Fachkräftemangel und wird sich mittelfristig auch auf die regionale Wirtschaftskraft auswirken“, erklärte Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, zu Beginn der Arbeitssitzung am 19. Oktober 2016 in Lenggries.

IHK-Regionalausschuss zu Gast bei der Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH

Das Bewusstsein für die Problematik ist dabei bei den Entscheidungsträgern im Landkreis durchaus gegeben. Das ist auch das Ergebnis einer Umfrage unter den 21 Landkreis-Kommunen zu ihren Wohnbauprojekten, die der Ausschuss im Juli dieses Jahres initiiert hatte. „Fakt ist aber auch, dass wir ein Bündel an Lösungen brauchen – ein Patentrezept wird es nicht geben. Jede Gemeinde muss ihre eigene Lösung finden“, brachte es Krämmel auf den Punkt und ergänzte: „Unsere Aufgabe als Stimme der Wirtschaft ist es, beharrlich den Finger in diese Wunde zu legen.“

Auf Grundlage der Umfrageergebnisse diskutierten die Ausschussmitglieder über Maßnahmen, mit denen die Regionalvertretung zu möglichen Lösungen für dieses Problem beitragen kann. Einen Ansatzpunkt sahen sie darin, die Kommunen stärker für die planungsrechtlichen Stellschrauben zu sensibilisieren, über die sie aufgrund ihrer Planungshoheit verfügen. So können sie bereits in der Planungsphase von Baugebieten entsprechende Eckpfeiler setzen, die beispielsweise verdichtetes Bauen oder ein Bauen in die Höhe ermöglichen. Ebenfalls können sie Einfluss auf die Gestaltungssatzung zum Beispiel hinsichtlich der Stellplatzordnung nehmen. Eine weitere Grundlage für entsprechende Maßnahmen können auch die Handlungsempfehlungen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen von 2014 liefern, die laut Krämmel noch viel zu wenig Resonanz erfahren.

Darüber hinaus diskutierte der Ausschuss Möglichkeiten, wie Arbeitgeber selbst Wohnraum zum Beispiel in Form von Werkswohnungen schaffen können, um Entlastung am Mietwohnungsmarkt zu schaffen. „Neue Wege zu gehen, ist das Gebot der Stunde“, so Krämmel. Angesichts der überregionalen Bedeutung dieses Themas regte die Regionalvertretung an, dass der neu gegründete Immobilien-Ausschuss der IHK für München und Oberbayern ein Konzept erarbeitet, das Unternehmen über Rahmenbedingungen für den Bau von Werkswohnungen informiert und mit Handlungsempfehlungen unterstützt.

Da das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ 2017 nichts an Brisanz verlieren wird, beabsichtigt der Ausschuss, verantwortliche Akteure aus Verwaltung und Kommunalpolitik des Landkreises zu einem für das Frühjahr nächsten Jahres geplanten runden Tisch einzuladen.

Zu Gast bei der Brauneck-Bergbahn

Im Rahmen der Arbeitssitzung stellte IHK-Regionalausschussmitglied Peter Lorenz die gastgebende Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH vor. Das Unternehmen wurde 1952 als Brauneck Bergbahn GmbH in Lenggries gegründet. Nach vierjähriger Planungsphase und 16-monatiger Bauzeit wurde die von Friedrich Krupp gelieferte Luftseilbahn am 16. November 1957 zur Skisaison eröffnet. 85 Gondeln überwinden heute bei der Auffahrt zum Brauneck auf rund 2500 Metern Strecke einen Höhenunterschied von 800 Metern. Die Fahrzeit dafür beträgt zwölf Minuten. Nur 60 Kilometer von München entfernt gilt die Skiregion Brauneck-Wegscheid als eine der ersten Adressen für winterbegeisterte Alpinisten aus der Landeshauptstadt und ganz Bayern. Im Sommer ist die Bergwelt rund ums Brauneck ein beliebtes Ausflugs- und Wandergebiet. 2005 wurde eine neue Bergstation mit einem Panoramarestaurant eröffnet. 2012 investierte das Unternehmen stark in den Bau des Speichersees an der Garlandalm, der 100.000 Kubikmeter Wasser enthält. Er ermöglicht die Beschneiung von 34 Kilometern an Skipisten.