30.08.2016 - Weilheim - Schongau

Bewerberlücke erreicht Rekordniveau

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Die Betriebe im Landkreis Weilheim-Schongau haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September sind noch 269 Lehrstellen frei. Damit zeichnet sich heuer eine Rekord-Bewerberlücke ab. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen noch einmal um über 60 zugelegt, so die aktuelle Statistik der Arbeitsagentur. Da die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 1.218 Lehrlinge einstellen wollten, ist vorerst noch fast jeder vierte Ausbildungsplatz unbesetzt.

Über 260 freie Lehrstellen im Landkreis / Fast ein Viertel der Ausbildungsplätze unbesetzt

Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Landkreis stieg im Vergleich zum Vorjahr um über 50 Prozent, das entspricht einem Plus von über 400 Stellen. Vor allem in der Immobilienwirtschaft, in Handel und Tourismus gibt es mehr Angebote. ‎„Angesichts der guten Konjunktur setzen die Betriebe stark auf den eigenen Fachkräfte­nachwuchs, finden aber zu oft keine passenden Bewerber. Der Bewerbermangel macht dabei vor keiner Branche halt“, ‎sagt Klaus Bauer, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 431 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Weilheim-Schongau an, wie aus einer Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Das Plus von acht Ausbildungsverträgen bedeutet einen Zuwachs von
1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor Jahresfrist meldete die IHK ebenfalls einen Zuwachs von 1,9 Prozent. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis Weilheim-Schongau sind Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Chemielaboranten, Industriemechaniker und Biologielaboranten.

Der stellvertretende Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses führt den Bewerberengpass auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Um das Image der Ausbildung zu verbessern, fordert Bauer eine bessere Berufs­orientierung an den Schulen: „Schülern und auch ihren Eltern muss viel besser vermittelt werden, dass eine abgeschlossene Lehre viel mehr Karrierepotenzial bietet als ein abgebrochenes Studium. Schüler und Eltern sollen mit Recht darauf stolz sein können, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden.“

In einer IHK-Umfrage sagen 72 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger das größte Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis Weilheim-Schongau zurzeit 252 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe, die ‎für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse stehen.