29.05.2018 - Bad-Tölz-Wolfratshausen

Wieder mehr Unternehmensgründer im Landkreis ‎

Entgegen dem oberbayerischen Trend wollen im Landkreis wieder mehr Menschen ihr eigener Chef werden. Der IHK für München und Oberbayern zufolge sind gegenüber dem Vorjahr die Existenzgründerzahlen im Landkreis Bad Tölz-Wolfrats­hausen gestiegen. Insgesamt meldeten 1086 Personen ein Gewerbe an. Das ist ein Plus von 4,3 Prozent. In 1012 Fällen handelte es sich dabei um Firmenneugründungen, was einer Zunahme von 2,8 Prozent entspricht. Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger nahmen um 29,8 Prozent auf 74 Fälle zu.

Viele Betriebe konnten Nachfolge klären ‎

Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Bad-Tölz-Wolfrats­hausen, betont die Auswirkungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründer­geschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region punktet nahezu mit Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an einer Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken. Umso mehr freut es mich, wenn wir trotzdem steigende Gewerbeanmeldungen verzeichnen können.“ Krämmel fordert gleichzeitig, dass Gründer und Betriebsnachfolger auch weiterhin Unterstützung erhalten. Insgesamt beobachtet die IHK einen Trend hin zur besseren Vorbereitung einer Gründung. Gründungsinteressierte nutzen verstärkt Angebote wie Beratungen und Sprechtage der Kammer. „Gut vorbereitet steigern die Existenzgründer ihre Erfolgsaussichten. Dank der wirtschaftlichen Rahmen­daten sind diese ohnehin so gut wie lange nicht“, erläutert Krämmel.

Am beliebtesten sind im Landkreis Gründungen bei den Dienstleistungen (224 Neugrün­dungen), im Handel (195) und im Baugewerbe (98). Mit 21 Fällen kamen die meisten Übernahmen im Verkehr und der Lagerhaltung zustande. Beliebt waren auch Übernah­men im Gastgewerbe (21) und Handel (15).

Krämmel unterstreicht die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovation und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.