29.05.2018 - Garmisch-Partenkirchen

Einbruch bei Unternehmensgründungen im Landkreis

Nach einem Plus im Vorjahr sind die Existenzgründerzahlen 2017 im Landkreis wieder gesunken, teilt die ‎IHK für München und Oberbayern mit. Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 765 Personen ein Gewerbe an. Das ist ein Minus von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 665 Fällen handelte es sich dabei um Firmenneugründungen, ein Rückgang um 11,1 Prozent. Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger ließen laut IHK-Angaben noch deutlicher nach. Sie schrumpften um 13 Pro­zent auf 100 Fälle.

Gewerbeanmeldungen mit großem Minus / Betriebsnachfolger bleiben Mangelware

Die IHK führt das Gründungstief in erster Linie auf die anhaltend gute Konjunktur zurück: „Der Arbeitsmarkt in der Region bietet nahezu Vollbeschäftigung“, sagt Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen. Damit sinke das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit, die auch mit Risiken verbunden sei. Gleichzeitig beobachtet die IHK aber einen Trend zur besseren Vorbereitung einer Gründung, indem Gründungsinteressierte verstärkt Angebote wie die Beratungsangebote der Kammer nutzen. „Gut vorbereitet steigern die Existenzgründer ihre Erfolgsaussichten. Dank der wirtschaftlichen Rahmendaten sind diese ohnehin so gut wie selten zuvor“, erläutert Lingg.

Am beliebtesten im Landkreis sind Gründungen bei den Dienstleistungen (138 Neugrün­dungen), im Handel (134) und im Gastgewerbe (63). Mit 45 Übernahmen kam fast die Hälfte der Nachfolgeregelungen im Gastgewerbe zustande. Ebenfalls nachgefragt waren Übernahmen im Handel (16).

Lingg unterstreicht die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Neue Unternehmen und Start-ups sorgen für Innovation und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“

Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.