10.04.2018 - Landsberg

Häckl: „Wirtschaft im Landkreis geht sorgsam und effizient mit Flächen um“‎

Die Wirtschaft im Landkreis geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Wie Reinhard Häckl, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg am Lech erklärt, waren Ende 2016 knapp 89 Prozent der Landkreisfläche Natur oder in landwirtschaftlicher Nutzung. Lediglich 0,9 Prozent der Fläche wurden von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht.

IHK gegen Flächen-Obergrenze / 0,9 Prozent des Landkreises werden wirtschaftlich genutzt

Eine Obergrenze für Kommunen in der Flächenausweisung lehnt die IHK ab. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird dringend benötigter Wohnraum noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nutzungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke“, befürchtet der Schondorfer Unternehmer. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz bei der Flächennutzung beispielsweise durch Verdichtung und Revitalisierung von Brachflächen. Die Erschließung neuer Flächen müsse dabei stets gründlich und unter Berücksichtigung aller Alternativen geprüft werden, so der Vorsitzende. „Wichtig sei den Unternehmen, dass die Interessen aller Interessensgruppen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Ziel muss immer ein Konsens sein, der zu einer gemeinschaftlich akzeptierten Lösung führt“, betont Häckl.

Die Kommunen fordert Häckl zu einer besseren Zusammenarbeit auf. „Kirchturmpolitik bringt uns nicht weiter – ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement hingegen schon“, so die Vorsitzende. In der gewerblichen Nutzung sollten unter anderem auch interkommunale Gewerbegebiete mehr in Betracht gezogen werden. „Wenn der Bedarf da ist und die Bedingungen stimmen, müssen unsere 31 Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und ‎Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen können“, fordert Häckl.

Eine wichtige Botschaft hat er auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen ‎politi­schen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. ‎Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft ‎an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit ‎Versie­gelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger ‎bewusst in die Irre.‎“

Wie aus den Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik hervorgeht, hat sich die Flächennutzung durch Gewerbe und Industrie im Landkreis zwischen 2011 und 2015 nicht verändert und lag gleichbleibend bei 0,5 Prozent. Gleichzeitig stieg das Bruttoinlandsprodukt um über 18 Prozent.

Flächennutzung im Landkreis Landsberg am Lech zum 31. Dezember 2016

NutzungsartAnteil an der Gebietsfläche des Landkreises
Wald, ‎Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer88,9 Prozent
Siedlungs- und Verkehrsflächen11,1 Prozent
Die Siedlungs- und Verkehrsflächen teilen sich wie folgt auf:
 
Verkehrsflächen4,2 Prozent
Wohnen3,0 Prozent
Gemischte Nutzung1,6 Prozent
Sport, Freizeit und Erholung0,6 Prozent
Industrie und Gewerbe0,5 Prozent
Besondere funktionale Prägung0,4 Prozent
Handel und Dienstleistungen0,4 Prozent
Ver- und Entsorung, Halde0,3 Prozent
Friedhöfe0,1 Prozent
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik