23.03.2018 - Garmisch-Partenkirchen

Murnauer Innovationsquartier setzt Impulse für wirtschaftliche Entwicklung ‎

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Wie Kommunen vorausschauend und für die gesamte Gemeinde gewinnbringend mit den ihr verfügbaren Flächen umgehen können, darüber informierte sich der IHK-Regionalausschuss Garmisch-Partenkirchen auf seiner jüngsten Sitzung, die im Murnauer Innovationsquartier (IQ) stattfand. Über 40 Unternehmerinnen und Unternehmer sind im James-Loeb-Haus bereits zu Hause, dessen Betreiberkonzept der Erste Bürgermeister Rolf Beuting (ödp / Bürgerforum Murnau) und Jan-Ulrich Bittlinger, Wirtschaftsförderer des Marktes Murnau, vorstellten.

Kultur- und Kreativwirtschaft stehen im Fokus

Während ihres Rundgangs konnten die Ausschussmitglieder im Gespräch mit den Jungunternehmern direkt erfahren, wie die Vernetzung im Haus funktioniert, wie Innovation im Kleinen entsteht, und was die Mieter am IQ schätzen. „Ziel ist es, Murnau zu einem innovativen Wirtschaftsstandort zu entwickeln, ansässige Unternehmen sollen im Haus Partner finden, um gemeinsam mit ihnen Probleme lösen zu können. Jugendliche sollen sich im Makerspace ausprobieren und beispielsweise in der Software-Programmierung erste Erfahrungen sammeln, so dass sie zu attraktiven Ausbildungskandidaten für unsere Hightech-Unternehmen werden“, erläuterte Wirtschaftsförderer Bittlinger.

Beuting setzte das Projekt direkt in Bezug zum stattfindenden demografischen Wandel. Die Kommune wolle der Abwanderung der Jugend nach München oder Augsburg etwas entgegensetzen und ein Signal geben, dass vor Ort attraktive und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze entstehen, so der Bürgermeister. „Ganz klar stehe im IQ die Digitalisierung im Fokus, besonders im Software- und Gaming-Umfeld wolle man mitmischen. Wachstum und wirtschaftliches Potenzial gehen gerade von kleinen Firmen aus und diese beanspruchen keine großen Flächen“, erläuterte der Kommunalpolitiker weiter.

Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Parten­kirchen, lobte das Konzept: „Das IQ zeigt beispielhaft, welche wirtschaftliche Dynamik auf wenig Fläche entstehen kann und wie eine bestehende Gewerbe­immobilie innerhalb kurzer Zeit gewinnbringend für die Gesellschaft umgenutzt werden kann.“

Dem Thema Flächennutzung widmete sich auch der zweite Teil des Abends. Was die Gemeinden aktuell unternehmen, um dringend benötigte Gewerbe­flächen zu erschließen, darüber informierten die Erste Bürgermeisterin des Marktes Garmisch-Partenkirchen Sigrid Meierhofer (SPD) sowie Bürgermeister Beuting. „Wir hoffen weiter auf Konversionsgrundstücke. Regelungen mit Grundstücksbesitzern werden wohl aber erst mittel- bis langfristig gefunden werden“, so Meierhofer. Beuting verwies auf die derzeit laufende Überarbeitung des Flächennutzungsmodells für Murnau. Um insbesondere die ansässige Wirtschaft mit Flächen zu unterstützen, könnte die von der IHK geforderte interkommunale Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag leisten. „Ein äußerst schwieriges Unterfangen“, kommentierte Sebastian Kramer von der Zugspitz Region. „Dem stünden die Kommunen, so seine langjährige Erfahrung, eher reserviert gegenüber“, sagte der Wirtschaftsförderer des Landkreises.