21.03.2018 - Garmisch-Partenkirchen

Lingg: „Wirtschaft im Landkreis geht sorgsam und effizient mit Flächen um“‎

Die Wirtschaft im Landkreis Garmisch-Partenkirchen geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Wie Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen erklärt, waren Ende 2016 über 94 Prozent der Landkreisfläche Natur oder in landwirtschaftlicher Nutzung. Lediglich 0,3 Prozent der Fläche wurden von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht.

IHK gegen Flächen-Obergrenze / 0,3 Prozent des Landkreises werden wirtschaftlich genutzt

Die Einführung einer Obergrenze in der Flächenausweisung durch Kommunen lehnt die IHK daher ab. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird dringend benötigter Wohnraum noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nutzungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke“, befürchtet Lingg. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz bei der Flächennutzung beispielsweise durch Verdichtung und Revitalisierung von Brachflächen. Die Erschließung neuer Flächen müsse stets gründlich und unter Berücksichtigung aller Alternativen geprüft werden, so der Vorsitzende.

Die Kommunen fordert Lingg zu einer besseren Zusammenarbeit auf. „Kirchturmpolitik bringt uns nicht weiter – ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement hingegen schon“, so der Vorsitzende. In der gewerblichen Nutzung sollten unter anderem auch interkommunale Gewerbegebiete mehr in Betracht gezogen werden. „Wenn neue Gewerbeflächen benötigt werden, müssen unsere 22 Märkte und Gemeinden auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und ‎Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen können“, fordert Lingg.

Eine wichtige Botschaft hat Lingg auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen ‎politischen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. ‎Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft ‎an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit ‎Versiegelung gleichsetzt, führt die Bürger ‎bewusst in die Irre.‎“

Wie aus den Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik hervorgeht, hat sich die Flächennutzung durch Gewerbe und Industrie im Landkreis zwischen 2011 und 2015 nicht verändert und lag gleichbleibend bei 0,1 Prozent. Parallel dazu hat die Bruttowertschöpfung zwischen 2010 und 2015 um über 18 Prozent zugelegt.

Flächennutzung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zum 31. Dezember 2016

NutzungsartAnteil an der Gebietsfläche des Landkreises
Wald, ‎Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer94,7 Prozent
Siedlungs- und Verkehrsflächen5,3 Prozent
Die Siedlungs- und Verkehrsflächen teilen sich wie folgt auf:
 
Verkehrsflächen2,0 Prozent
Wohnen1,6 Prozent
Gemischte Nutzung0,6 Prozent
Sport, Freizeit und Erholung0,4 Prozent
Besondere funktionale Prägung0,3 Prozent
Handel und Dienstleistungen0,2 Prozent
Industrie und Gewerbe0,1 Prozent
Ver- und Entsorung, Halde0,1 Prozent
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik