07.03.2018 - Landsberg

IHK-Wirtschaftsempfang: „Landkreis ist lebenswerter Standort“‎

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Fast 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung hat der IHK-Regionalausschuss Landsberg am Lech zu seinem zweiten Wirtschaftsempfang am Abend des 5. März begrüßt. Moderiert vom beliebten BR-Radiomoderator Jürgen Kaul und musikalisch begleitet durch das Landsberger Blechbläserensemble „hailix BLECHle“ entwickelte sich ein anregender Abend des Austausches und Netzwerkens im historischen Rathaus Landsberg.

Politik und Wirtschaft wollen Region gemeinsam voranbringen / Vortrag über IT-Hacker ‎

„Durch die Unternehmen ist der Landkreis ein lebenswerter Standort. Der IHK-Regional­ausschuss hat in den vergangenen zwei Jahren gezeigt, dass wir etwas bewegen können, dass wir das Sprachrohr der Wirtschaft sind“, eröffnete Reinhard Häckl, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg am Lech, den Wirtschafts­empfang. So habe die Vertretung der Wirtschaft den Breitbandausbau in Gewerbe­gebieten auf die Tagesordnung gesetzt und damit Gehör bei der Kommunalpolitik gefunden. „Als nächstes gehören für uns der Fachkräftemangel, die Nachnutzung des Bundeswehrstandorts Penzing, die Förderung des ländlichen Raums in der Ammer­seeregion zu den wichtigsten regionalen Themen der Wirtschaft“, so Häckl weiter.

Landrat Thomas Eichinger (CSU) pflichtete bei, dass eine florierende Wirtschaft von größter Bedeutung für die Region ist: „Das bringt uns Arbeitsplätze und Gewerbesteuern.“ Eichinger nannte als große Herausforderung der nächsten Jahre den Wohnungsbau und eine bessere Verkehrsinfrastruktur, etwa den Radwegeausbau. „Alles hängt mit allem zusammen, wenn wir den Standort stärken wollen“, so der Landsberger Landrat.

Der Landsberger Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) gab einen kurzen Überblick zu den Zukunftsforen „Landsberg 2035“, in denen sich die Lechstadt langfristige Ziele gegeben hat. Auch Neuner bezeichnete den mangelnden Wohnraum als „massives Problem“ und nannte verschiedene Projekte, darunter mehr sozialer Wohnungsbau, die Einführung eines Einheimischenmodells und die Planung eines neuen Ortsteils für 1.500 Einwohner. Der IHK-Regionalausschussvorsitzende Häckl lobte die Kommunalpolitik: „Wir sind mit dem Prozess sehr zufrieden.“

Wie schnell man Opfer einer Cyber-Attacke werden kann, zeigte der IT-Experte Leon Klein dem äußert interessierten Publikum mit eindrucksvollen Beispielen und einem Live-Hacking. Der Spezialist warnte auch vor der zunehmenden Dreistigkeit, Kreativität und Professionalität von Cyber-Kriminellen, die im Darknet Geschäftsmodelle entwickeln und dort auch gestohlene Emailadressen und Passwörter handeln. Dies sei lukrativ, weil viele Nutzer die gleichen Kennungen und Passwörter für verschiedene Online-Services verwenden und damit nach Diebstahl der Online-Identität oft Tor und Tür für Hacker offen stehen. Zwei Gäste erhielten fingierte SMS-Nachrichten aufs Handy, die aussahen, also ob sie vom Lebenspartner stammten. Laut Klein eine der Maschen von gewieften IT-Betrügern, um Opfern beispielsweise einen Notfall vorzuspielen und sie zu Überweisungen zu drängen. Dazu gab es immer wieder praxisnahe Tipps zu sicheren Passwörtern, dem Schutz der Online-Identität und dem Umgang mit offenen WLAN-Netzwerken. Die Besucher des Wirtschaftsempfangs dankten mit viel Applaus für die kurzweilige Lehrstunde zur IT-Sicherheit.

Bildunterschriften:
Beim Wirtschaftsempfang des IHK-Regionalausschusses Landsberg im Landsberger Rathaus am 5. März 2018 (alle Bilder © Franz Dilger / IHK München)
Bildunterschrift Gruppenbild: (v.l.n.r.) Moderator Jürgen Kaul, Thomas Krautwald (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Landsberg-Dießen), IT-Experte Leon Klein, Reinhard Häckl (Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg am Lech), Stefan Jörg (Vorstandsvorsitzender VR-Bank Landsberg-Ammersee), Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner, Landrat Thomas Eichinger.