01.12.2017 - Landsberg

IHK-Regionalausschuss diskutiert Zukunft des Fliegerhorsts Penzing ‎

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Quo vadis Fliegerhorst Penzing? Mit der künftigen Nutzung des 272 Hektar großen Fluggeländes beschäftigten sich die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Landsberg am Lech in ihrer jüngsten Sitzung. Gastgeber Kommodore Oberst Daniel Draken begrüßte sie als letzte Besuchergruppe vor der planmäßigen Außerdienststellung des Lufttransport­geschwaders LTG 61 am 14. Dezember 2017. Auch wenn das Bundes­verteidigungsministerium noch nicht endgültig über die Zukunft des Fluggeländes entschieden hat, wollten sich die Wirtschaftsvertreter über das Konzept der Gemeinde Penzing zur zivilen Nachnutzung informieren.

Ungewissheit hinsichtlich ziviler Nachnutzungspläne / Gemeinde will gerüstet sein

Draken gab zunächst einen Einblick in die Geschichte des Bundeswehrstandorts sowie dessen aktuelle Situation. So wird es dort nach der Außerdienststellung des LTG bis September 2018 noch ein Nachkommando von über 200 Soldaten geben. Danach wird der Fliegerhorst in eine Stillstandswartung überführt. Im selben Atemzug informierte Draken auch über die Personalsituation und den geplanten Stellenaufbau bei der Bundeswehr angesichts sich weltweit verändernder sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen. „Diese Personal­entwicklungspläne haben natürlich Einfluss auf die benötigte Verfügbarkeit von Standorten“, so der Kommodore. Hinzu komme die fliegerische Widmung des Fliegerhorsts, die ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal ist.

Dem gegenüber steht der Beschluss des Gemeinderats Penzing, der eine fliegerische Nutzung des Geländes im Rahmen der zivilen Nachnutzung definitiv ausschließt. Joachim Vossen vom Institut für Stadt und Regionalmanagement (isr) München, das die Gemeinde Penzing mit der Erstellung eines Nutzungs­konzepts beauftragt hat, informierte zum aktuellen Stand der Planungen. „Es ist wichtig“, so der Stadtentwicklungsexperte, „dass die Gemeinde vorbereitet ist, um im Falle der Nutzungsfreigabe umgehend mit der Umwandlung zu beginnen.“ In enger Abstimmung mit der Gemeinde Penzing sieht das Konzept ein Miteinander von Generationenwohnen, Forschung und Entwicklung in einem Technik- und Innovationscluster, Gewerbeansiedlungen, Sport-, Freizeit- und Naherholungseinrichtungen sowie landwirtschaftlicher Nutzung vor. Besonders wichtig wird die gute interkommunale Zusammen­arbeit zwischen den Anrainern Penzing und Landsberg sein. Sollte die Freigabe des Geländes durch das Bundes­verteidigungsministerium in naher Zukunft erfolgen, und die Gemeinde von ihrem Vorkaufsrecht gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) Gebrauch machen, könnten hier in den kommenden 15 bis 20 Jahren schrittweise bis zu 3.000 Arbeitsplätze entstehen.

Dafür sind jedoch geklärte politische Verhältnisse und eine funktionierende Bundesregierung unumgänglich, waren sich die Anwesenden einig. Nur so wird die Voraussetzung für eine klare Entscheidung über die Freigabe des Fliegerhorsts geschaffen, die ursprünglich für Januar 2019 anberaumt worden war.