04.09.2017 - Landsberg

Beginn des Ausbildungsjahres: IHK meldet deutlichen Zuwachs

Team Of Engineers Having Discussion In Factory

Die Ausbildung steht im Landkreis Landsberg hoch im Kurs: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge legt deutlich zu. Wie der IHK-Regionalausschuss Landsberg zu Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September mitteilt, fangen heuer 349 Schulabgänger eine Ausbildung im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungen an, ein Plus von 14,8 Prozent gegenüber dem Ausbildungsbeginn 2016. Die Top 5 der angebotenen IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Einzelhandels­kaufleute, Industriemechaniker, Fachinformatiker, Industriekaufleute und Verkäufer.

‎‎‎‎349 Jugendliche starten im Landkreis in die Ausbildung / Viele Lehrstellen noch frei

‎„Ein Wermutstropfen ist, dass noch viele Lehrstellen unbesetzt sind und sich für viele dieser Stellen keine geeigneten Bewerber finden lassen“, sagt Reinhard Häckl, der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Landsberg. Die Arbeitsagentur meldete Ende Juli noch 195 freie Lehrstellen im Landkreis. „Angesichts der starken Konjunktur setzen die Betriebe mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs und würden in vielen Fällen gern noch mehr ausbilden“, ‎betont Häckl. Der IHK-Regionalausschussvorsitzende unterstreicht, dass der Bewerber-Engpass wie schon in den Vorjahren quer durch alle Branchen geht: „Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Einzel­handelskaufleute und Verkäufer gesucht, aber auch Bankkaufleute und Fachinformatiker fehlen.“ Der Schondorfer Unternehmer führt den Bewerbermangel auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 57 Prozent.

Um das Image der Ausbildung zu verbessern, fordert Häckl eine bessere Berufs­orientierung an den Schulen: „Die duale Ausbildung ist eins der größten Erfolgs­geheimnisse unserer Zeit. Es gibt keinen besseren Start ins Berufsleben. Schüler und Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden.“ In einer IHK-Umfrage sagen 76 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis Landsberg aktuell 218 IHK-zugehörige Ausbildungs­betriebe. Diese stehen ‎für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, neben Industrie, Handel und Dienstleistung gehören dazu auch das Handwerk und die freien Berufe.

Zahlreiche freie Lehrstellen in Oberbayern mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.