16.08.2017 - Landsberg

Gute Konjunktur und höhere Hebesätze lassen Gewerbesteuern sprudeln

Die boomende Wirtschaft sorgt für sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen. So konnten die Gemeinden im Landkreis Landsberg am Lech im vergangenen Jahr Gewerbesteuern in Höhe von über 71,7 Millionen Euro einnehmen und damit einen Zuwachs um 14,7 Prozent gegenüber 2015 verzeichnen. Die Gewerbesteuer stand 2016 für 48,9 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis. 2015 waren es 45,7 Prozent.

Häckl: „Belastung für die Wirtschaft steigt“ / Augenmaß der Kommunen gefordert

Zusätzlich sichern sich immer mehr Gemeinden einen höheren Anteil an den Firmengewinnen, indem sie die Hebesätze erhöhen. „Die Belastung der Betriebe durch die Gewerbesteuer steigt“, warnt Reinhard Häckl, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg. Im vergangenen Jahr hoben zwei der 31 gewerbesteuerberechtigten Gemeinden im Landkreis ihre Gewerbesteuer­hebesätze an. Oberbayernweit waren es 52 von 500. Senkungen gab es im Landkreis keine, so die Auswertung des Bayerischen Landesamts für Statistik.

Häckl betont weiterhin, dass der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis in Höhe von 329 Prozent sowohl unter dem oberbayerischen (333 Prozent) als auch dem bayerischen (338 Prozent) sowie deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt (2015: 397 Pro­zent) liegt: „Diesen Standortvorteil dürfen unsere Kommunen nicht leichtfertig aufs Spiel set­zen. Bei den Gewerbesteuern ist Augenmaß gefragt. Ein niedriger Hebesatz lässt den Betrieben mehr Luft zum Atmen und Investieren.“ Häckl kritisiert außerdem, dass durch Hinzurechnungen bei der Gewerbesteuer nicht nur Gewinne besteuert würden, sondern auch anfallende Kosten wie Zinsen, Mieten oder Leasingraten und damit die Substanz der Betriebe.

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz waren 2016 die Gemeinden Dießen am Ammersee, Kaufering, Kinsau und Prittriching mit jeweils 380 Prozent. Den niedrigsten Hebesatz von 270 Prozent rief die Gemeinde Eching am Ammersee auf, gefolgt von Denklingen, Geltendorf, Greifenberg, Hofstetten, Rott, Schondorf am Ammersee, Schwifting, Weil und Windach mit 300 Prozent und Finning, Reichling und Utting am Ammersee mit 310 Prozent.

Die IHK-Broschüre „Gewerbesteuer in Oberbayern“ mit rechtlichen Grundlagen und allen oberbayerischen Hebesätzen ist unter www.ihk-muenchen.de/gewerbesteuer verfügbar.