07.07.2017 - Miesbach

Wirtschaft setzt sich für Fachkräftenachwuchs ein ‎

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Um dem deutlich spürbaren Fachkräftemangel im Landkreis die Stirn zu bieten, stand das Ringen um mehr Azubis im Fokus der jüngsten Sitzung des Miesbacher IHK-Regionalausschusses. „Aktuell sind immer noch etwa 300 Lehrstellen unbesetzt, denen aber nur knapp 200 unversorgte Bewerber gegenüberstehen. „Diese alarmierenden Zahlen der Arbeitsagentur zeigen ganz deutlich, dass sich die Lage der Unternehmen auch heuer sehr schwierig gestalten wird“, meint Petra Reindl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Miesbach. „Wir müssen das Sorgenkind Berufsausbildung außerordentlich ernst nehmen. Vor allem müssen wir am Image der Ausbildung arbeiten. Zu überlegen ist aber auch, wie wir beispielsweise Flüchtlinge noch besser auf eine Ausbildung bei uns vorbereiten oder wie wir Azubis, die sich in ihrer Ausbildung etwas schwerer tun, besser fördern“, so Reindl.

Reindl: „Die Berufsausbildung braucht starke Player an vielen Fronten“‎

Stefanie Gutzeit, Integrationsberaterin der IHK und zuständig für die Unter­nehmen im Landkreis, informierte über die umfangreichen Services, mit denen das IHK-Integrationsteam Unternehmen, die Flüchtlinge einstellen, unterstützt. So stellte sie einen neuen Berufseignungstest für Geflüchtete und Migranten vor. In dem für diese Zielgruppen entwickelten Kompetenzcheck können Arbeit­suchende mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen mittels Text- und Bildfragen umfassende Angaben zu ihrem Bildungsweg und ihrer Berufs­erfahrung machen. Anhand des erstellten Profils können sie dann passgenau in den Arbeitsmarkt vermittelt werden. In Bezug auf die über 60 jungen Geflüchteten in den vier Berufsintegrationsklassen im Landkreis bat Gutzeit die Wirtschaft vor allem um Praktikumsplätze. Interessierte Unternehmen können sich unter gutzeit@muenchen.ihk.de melden.

Agnes Wieser von der Rosenheimer Agentur für Arbeit informierte abschließend über die Leistungen der Berufsberatung der Arbeitsagentur. Hierbei ging es vor allem um die Vielzahl an Fördermöglichkeiten, die die Agentur vor und während einer Ausbildung jungen Menschen anbietet, so dass sie ihre Ausbildung erfolgreich abschließen können. Schnell stellte sich in der Diskussion heraus, dass häufig viele Angebote bei den ausbildenden Unternehmen gar nicht bekannt sind und weiterhin hoher Aufklärungsbedarf besteht.

Zu Gast bei Sixtus

Die Arbeitssitzung des IHK-Regionalausschusses Miesbach fand bei dem mittelständischen Unternehmen Sixtus in Hausham statt. Das Traditionsunternehmen produziert und vertreibt seit über 85 Jahren Pflegeprodukte auf Basis naturreiner ätherischer Öle.