02.06.2017 - Miesbach

Betriebsgründungen im Landkreis Miesbach weiter im Sinkflug

Auch 2016 hat das Gründungsgeschehen im Landkreis Miesbach nachgelassen, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Insgesamt meldeten 1.046 Personen ein Gewerbe an. Das entspricht einem Rückgang um 5,3 Prozent. Damit folgt der Landkreis dem Negativtrend in Bayern und Oberbayern. Hier gingen die ‎Existenzgründungen um 5,3 beziehungsweise 8,5 Prozent zurück.‎‎

Übernahmen um fast ein Viertel eingebrochen

Besonders deutlich fällt im Landkreis das Minus bei den Betriebsübernahmen aus. Diese sind um 21 Prozent auf 109 Übernahmen zurückgegangen. Mit 937 Gewerbeanmeldungen gingen Neugründungen um drei Prozent zurück.

Petra Reindl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Miesbach, verweist auf die Auswirkungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserem Landkreis bietet nahezu Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an der Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken.“ Reindl fordert deshalb mehr Unterstützung für Gründer und Betriebsnachfolger. „Wir brauchen ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. Bereits in der Schule müssen wir die Chancen und Werte des Unternehmertums und dessen Bedeutung für den gesellschaftlichen Wohlstand deutlich machen“, so die Haushamer Unternehmerin.

Am beliebtesten sind im Landkreis Gründungen im Handel (16,8 Prozent), in sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (14,5 Prozent) sowie in den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (12,8 Prozent). Bei den Übernahmen liegt das Gastgewerbe ganz vorne (32,1 Prozent), gefolgt vom Baugewerbe (31,2 Prozent) und dem Handel (11 Prozent).

Existenzgründer sind für die Entwicklung der Wirtschaft von großer Bedeutung, so Reindl: „Start-Ups beflügeln Innovationen und Dynamik und sind damit unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Doch auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko der Vorgängergeneration übernehmen wollen.“

Die IHK-Auswertung beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.