09.03.2017 - Miesbach

Über 6 Prozent mehr neue Lehrverträge bei IHK-Ausbildungsbetrieben

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Die Zahl der Azubis im Landkreis Miesbach hat sich 2016 deutlich erhöht: Mit 284 neu abgeschlossenen Lehrverträgen in Industrie, Handel und Dienstleistungen ergibt sich ein erfreuliches Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern. 70 Verträge schlossen die Unternehmen in gewerblichen und 214 in kaufmännischen Ausbildungsberufen ab.

Reindl: „Wirtschaft braucht weiterhin mehr Fachkräftenachwuchs“ / IHK jobfit! am 20. Mai‎

Im oberbayernweiten Vergleich bewegt sich der Landkreis mit diesem Ergebnis gegen den Trend. Insgesamt ging die Zahl der Neuverträge im Regierungsbezirk um 0,6 Prozent zurück.

„Nichtsdestotrotz haben immer mehr Betriebe zu kämpfen, sich ihren Fachkräfte­nachwuchs zu sichern. Seit dem Höchststand 2008 hat die Zahl der IHK-Ausbildungs­verträge um 14 Prozent abgenommen, von 824 auf 708. Die Suche nach geeigneten Bewerbern läuft praktisch das ganze Jahr über. Auf der diesjährigen Ausbildungsmesse IHK jobfit! am 20. Mai im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum haben junge Leute beste Möglichkeiten, in die Welt von rund 200 Ausbildungsberufen hineinzuschnuppern. Die über 100 vertretenen Unternehmen freuen sich auf viele interessierte Besucher“, sagt Petra Reindl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Miesbach.

Insgesamt wurden der Arbeitsagentur im vergangenen Jahr für den Landkreis 618 freie Ausbildungsplätze gemeldet. 94 blieben zum Stichtag 30. September 2016 unbesetzt. ‎Gleichzeitig verzeichnete die Agentur für ‎Arbeit nur noch vier unversorgte Bewerber. „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werben intensiv um jeden Schulabgänger und investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, bekommen aber immer weniger Bewerbungen“, so Reindl weiter. Als Hauptgründe nennt die Vorsitzende die rückläufigen Schulabgängerzahlen von Mittel- und Realschulen sowie den Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium. Reindl fordert deswegen mehr bildungspolitischen Realitätssinn: „Eine Ausbildung ist für viele Schulabgänger eine bessere Wahl als ein abgebrochenes Studium.“

Entsprechend der letzten IHK-Zählung sind derzeit 220 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis aktive Ausbildungsbetriebe. Sie stehen für rund 60 Prozent der Ausbildungsverträge. Gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl der Ausbil­dungsbetriebe um sechs zugenommen. Allerdings haben sich seit dem Höchststand von 2008 wegen des Bewerbermangels per Saldo 34 Unternehmen aus der Ausbildung verabschiedet.