23.02.2017 - Bad-Tölz-Wolfratshausen - Miesbach - Weilheim - Schongau

Anhaltendes Stimmungshoch bei der Wirtschaft im Oberland ‎

Die Wirtschaft im Oberland ist in bester Stimmung in das neue Jahr gestartet. Mit 132 Punkten befindet sich der Konjunkturindex der IHK für München und Oberbayern auf sehr hohem Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der IHK bei den Unternehmen in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.

Für die Unternehmen ist der Fachkräftemangel Risiko Nummer 1‎

Die außerordentlich gute Stimmung beruht auf Rekordwerten bei der Bewertung der Geschäftslage durch die Unternehmen. Insgesamt 56 Prozent bezeichnen sie als „gut“, nur fünf Prozent hingegen als „schlecht“. Der Saldo bewegt sich damit weiterhin bei sehr guten 51 Punkten. IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Der Konjunkturmotor wird auch in den kommenden Monaten auf Hochtouren laufen. Im Vergleich zum Herbst sind die Unternehmen im Oberland nochmals optimistischer. 26 Prozent rechnen mit einer Belebung ihres Geschäfts, nur elf Prozent befürchten eine Eintrübung.“ Diese steigende Zuversicht spiegelt sich auch in den Investitions- und Beschäftigungsplänen wider: Rund jedes fünfte Unternehmen sucht derzeit zusätzliche Arbeitskräfte, nur sechs Prozent planen einen Stellenabbau.

Die Achillesferse für die Unternehmen bleibt jedoch der Fachkräftemangel. Rund 52 Prozent der befragten Unternehmen sehen darin das größte Risiko für ihre wirtschaftliche Weiterentwicklung. Das ist der höchste Wert seit Einführung der Risikofragen vor fünf Jahren. Der Mangel ist nun ähnlich hoch wie in Bayern insgesamt.

Von Bedeutung sind für die Unternehmen auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die 46 Prozent der Befragten als Risiko bewerten. „Auf der ‎Weltbühne bereitet der unkalkulierbare Kurs der neuen US-Regierung große Sorgen, innerhalb Europas sind die größten Unsicherheitsquellen der Brexit, die Wahlen in Frankreich sowie die schwache wirtschaftliche Entwicklung in Italien“, erklärt der IHK-Chef. Driessen forderte deshalb höchste Priorität für die Beibehaltung des europäischen Binnenmarktes und des Freihandels. Regional bleiben darüber hinaus eine unzureichende Breitbandversorgung sowie der Mangel an Gewerbeflächen für die Unternehmen große Sorgenkinder.

Auf Deutschland bezogen kritisieren die Unternehmen neben der zunehmenden Regulierung die fehlende politische Bereitschaft, entlastende Reformen für die Wirtschaft umzusetzen. Als weiterer Risikofaktor kommt die Bundestagswahl im Herbst dazu.