13.02.2017 - Berchtesgadener-Land

Berchtesgadener Land: Schnelles Internet kommt zu langsam

Das Förderprogramm zum Breitband-Ausbau muss dringend angepasst werden. Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer in der Sitzung des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land bei den Stadtwerken Bad Reichenhall.

Wagner: „Breitband-Förderung auch für Gebiete mit 30 Mbit/s“ / Vorrang für Gewerbegebiete

Der Freistaat hat den 15 Kommunen im Landkreis zwar bereits 1,2 Millionen Euro zugewiesen, weitere 11 Millionen sind noch verfügbar. Allerdings: Gebiete mit einem bestehenden Anschluss von 30 Mbit/s gelten bereits als versorgt – und sind von der Förderung ausgeschlossen.

„Für die Unternehmen ist diese Regelung vollkommen unbegreiflich. Schließlich liegt der Breitband-Standard längst bei 50 Mbit/s und darüber. Zudem fehlen eine verlässliche Perspektive über den Zeitraum der Erschließung sowie ein Vorrang für Gewerbegebiete. Diese Aspekte müssen sich ändern – ansonsten bleibt Industrie 4.0 für die Betriebe zwischen Laufen und Schönau am Königssee weiter nur ein Schlagwort, anstatt Realität zu werden“, kritisiert Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses. Insbesondere die Nutzung cloudbasierter Dienstleistungen oder vernetzter Maschinen in Arbeits- und Produktionsprozessen setzt ein leistungsstarkes Breitbandnetz voraus.

Diese Einschätzung teilt auch Jörg Schmitt, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Reichenhall: „Die Breitband-Versorgung ist das Stromnetz des 21. Jahrhunderts. Unser Ziel ist deshalb der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes im gesamten Stadtgebiet“. In der anschließenden Tischumfrage erklärten vier der anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer, dass die Internet-Geschwindigkeit in Ihrer Gemeinde nicht zufriedenstellend ist.