Pressemeldung vom 23.10.2020 - Miesbach

Covid-19 fordert Wirtschaft auch weiterhin digital heraus

23.10.2020 - In welchem Umfang hat die Coronakrise die digitale Entwicklung in der heimischen Wirtschaft beeinflusst? Vor welchen Herausforderungen standen die Unternehmen? Und was bleibt zu tun? Antworten und Sichtweisen zu diesen Fragen diskutierte der IHK-Regionalausschuss Miesbach auf seiner jüngsten Sitzung. Diese fand aufgrund der Corona-Entwicklungen im Landkreis per Videokonferenz statt. Dabei standen vor allem die Erfahrungen der Unternehmerinnen und Unternehmer mit virtuellen Besprechungen und dem Arbeiten im Home Office im Mittelpunkt.

Reindl: „Home Office ist inzwischen Standard in Betrieben, wenn es zu den Abläufen passt“ ‎

Zum Einstieg ins Thema stellte Christian Mohr vom Gründungs- und Innovations­zentrum UnternehmerTUM die Ergebnisse einer Umfrage vor, inwieweit sich die Corona-Pandemie auf die Digitalisierungs- und Innovationsaktivitäten in Unterneh­men ausgewirkt hat. Als Top 3-Bereiche für digitale Initiativen benannte Mohr Arbeiten im Home Office, Digitalisierung bestehender innerbetrieblicher Prozesse und den Einsatz neuer digitaler Technologien oder Anwendungen. Er fasste zusammen, dass durch den Lockdown im Frühjahr viele Betriebe dazu gezwungen waren, für sie neue, digitale Wege zu beschreiten, aber im Anschluss daran wieder in alte Muster zurückgefallen seien. Angesichts der zweiten Welle sei ihre Sorge jetzt groß, denn die Hausaufgaben aus dem ersten Lockdown haben sie nicht wirklich gemacht. Dem stimmte Ausschussvorsitzende Petra Reindl zu. Auch sie verspüre immer wieder eine Grundpanik im geschäftlichen Umfeld und Sorge, dass man nicht genug optimiert habe, so Reindl. Das fange manchmal schon beim Weiterleiten von Anrufen ins Home Office an. „Ganz wesentlich im Geschäftsumfeld ist und bleibt die Erreichbarkeit der Menschen“, betonte die Vorsitzende.

Im weiteren Austausch der Geschäftsleute wurde deutlich, dass die Auswirkungen der Pandemie auf die Digitalisierung in den Firmen sehr unterschiedlich sind: Abhängig von Branche und Ausrichtung der Betriebe sowie von bereits vor der Pandemie eingeleiteten oder umgesetzten Digitalisierungsmaßnahmen sind die Herausforderungen für die Unternehmen unterschiedlich. In Bezug auf die Sicherung der Berufsausbildung ergänzte Martin Greifenstein, Schulleiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Miesbach, dass der Präsenzunterricht für die Auszubil­denden so lange wie nur möglich stattfinden solle. Die Digitalisierung vieler Schülerinnen und Schüler im häuslichen Umfeld weise durchaus Lücken auf, so Greifenstein. Das fange beim ausreichenden Internetanschluss für das Home Schooling an und gehe über das Fehlen von passenden Endgeräten bis hin zum fehlenden Drucker, um Arbeitsmaterialien auszudrucken.