Pressemeldung vom 06.03.2020 - Rosenheim

Azubi-Mangel in der Region Rosenheim geht weiter

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© domoyega / thinkstock

In den Betrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen sind in Stadt und Landkreis Rosenheim im vergangenen Jahr insgesamt 1.112 Auszubildende ins Berufsleben gestartet. Für die Stadt (355 neue Azubis) bedeutet das ein Minus von 6,3 Prozent und für den Landkreis (777) ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die IHK für München und Oberbayern mitteilt. Seit 2017 ist die Zahl neuer Azubis im Raum Rosenheim rückläufig.Hauptgrund für die Entwicklung ist die rückläufige Anzahl von Schulabsolventen der allgemeinbildenden Schulen.

Ausbildungsbilanz 2019: Weniger Schulabsolventen, weniger Ausbildungsanfänger

Nach Angaben des Kultusministeriums gingen diese im gleichen Zeitraum in Oberbayern um 1,8 Prozent zurück. Bei Absolventen mit mittlerem Schulabschluss lag das Minus sogar bei 3,0 Prozent. Wie in den Vorjahren blieben damit viele Lehrstellen mangels Bewerber unbesetzt. Die Agentur für Arbeit sprach zuletzt von rund 250 unbesetzten Ausbildungsplätzen in Stadt und Landkreis Rosenheim.

„Die Ausbildung behauptet sich in einem schwierigen demografischen Umfeld. Die Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft ist auf Rekordniveau, da die Betriebe angesichts stark steigender Renteneintritte der Baby-Boomer-Generation ganz klar auf den Fachkräftenachwuchs aus den eigenen Reihen setzen. Denn die Betriebe wissen: Ausbildung bedeutet Zukunft“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim. „Deswegen brauchen wir eine noch bessere Berufsorientierung an den Schulen und müssen Praxisnähe und beste Berufs- und Karriereaussichten als Vorzüge der beruflichen Bildung noch deutlicher in den Vordergrund stellen“, fordert Bensegger.

Bei den Top-IHK-Lehrberufen führen im Landkreis Rosenheim die Industriekaufleute, gefolgt von den Einzelhandelskaufleuten und den Kaufleuten für Büromanagement. In der Stadt Rosenheim stehen Verkäufer, Bankkaufleute und Einzelhandelskaufleute im Einzelhandel an der Spitze.

Die meisten Mädchen im Landkreis machen ihre Lehre als Industriekauffrau, bei den Buben führen die Industriemechaniker. In der Stadt stehen die Bankkauffrauen bei den Mädchen an der Spitze, bei den Buben sind es die Verkäufer.

Insgesamt starteten im Landkreis Rosenheim IHK-Azubis in 81 verschiedenen Berufen, in der Stadt waren es 57 verschiedene Berufe. Die Palette reicht von Automobilkaufleuten bis zu von den Aufbereitungsmechanikern (Sand und Kies) bis zu den Zweiradmechatronikern (Fahrradtechnik/ Motorradtechnik). Die IHK betreut im Landkreis Rosenheim 557 aktive Ausbildungsbetriebe, in der Stadt sind es 265 Betriebe.