Pressemeldung vom 11.02.2020 - Berchtesgadener-Land

Regionale Wirtschaft verabschiedet Positionspapier zur Kommunalwahl

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© IHK

Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen in Bayern fordern die heimischen Unternehmen von der Lokalpolitik, den Landkreis Berchtesgadener Land als Wirtschaftsstandort fit für die Zukunft zu machen. Bei seiner jüngsten Sitzung im Freilassinger Freizeit- und Sportzentrum Badylon hat der IHK-Regionalausschuss Berchtesgadener Land ein Positionspapier formuliert und einstimmig verabschiedet.

IHK-Regionalausschuss fordert Ausbau beim Nahverkehr und schnelleres Internet

Großen Handlungsbedarf sehen die Ausschussmitglieder unter anderem beim öffentlichen Nahverkehr „Es kann nicht sein, dass Lehrlinge von ihren Eltern in den Betrieb gefahren werden müssen, weil kein Bus fährt“, sagt die Ausschussvorsitzende Irene Wagner. Die heimische Wirtschaft fordere deswegen von den neuen und alten Kommunalpolitikern, ein nachhaltiges Verkehrskonzept und deutliche Verbesserungen beim ÖPNV auf den Weg zu bringen. Dazu zähle unter anderem ein engerer Takt bei den Bussen, aber auch eine gut ausgebaute Infrastruktur für Privatautos und den Lieferverkehr.

Wunsch nach schnelleren Genehmigungsverfahren

Zu langsames Internet und teilweise schlechte Telefonverbindung ist aus Sicht des IHK-Regionalausschusses ein Risiko für den Wirtschaftsstandort. „Wenn Home-Office wegen zu schlechter Internetverbindung in der Region teilweise nicht möglich ist, schwächt das unsere Chancen im internationalen Wettbewerb“, warnt Irene Wagner. Die Unternehmer setzen sich deswegen für einen raschen und flächendeckenden Mobilfunk- sowie Glasfaserausbau im ganzen Landkreis ein.

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel spielen die Schulen, insbesondere die Berufsschule, aus Sicht des Ausschusses eine tragenden Rolle. Deswegen wünschen sich die Mitglieder kostenlose Deutschkurse, eine gezielte Integration von Ausländern und eine Willkommenskultur in der Region. „Die Kommunalpolitik und die Verwaltung soll hier mehr unterstützen und Hürden für die Integration abbauen“, fordert die Ausschussvorsitzende aus Marktschellenberg.

Die Mitarbeiter der Unternehmen im Landkreis bräuchten bezahlbaren Platz zum Leben, betonten die Mitglieder. Fläche sei aber teuer und aufgrund der Topographie nur eingeschränkt verfügbar. Das gleiche gelte auch für Gewerbeflächen. Deswegen fordert der Ausschuss in seinem Papier, dass die Kommunen das Baurecht ausschöpfen und für leerstehende Immobilien bei Bedarf eine Umnutzung ermöglichen sollten. Außerdem solle der Ausbau von Wohnungen mit sozialer Bindung neben Einheimischen-Modellen höchste Priorität haben.

Wagner: Lokalpolitiker sollen mithelfen, Landkreis fit für die Zukunft zu machen

„Damit Betriebe neue Produktionsstätten und Büroflächen bauen und sich Unternehmen in der Größe erweitern können, müssen endlich Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden“, fordert Wagner. Die Bürokratie in den Rathäusern und dem Landratsamt belaste die regionale Wirtschaft. Digitale Angebote und ein Zertifikat der RAL-Gemeinschaft als mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung wären aus Sicht des IHK-Regionalausschusses richtige Schritte.

„Als Unternehmen und Betriebe sind wir ein fundamentaler Bestandteil der Gesellschaft und tragen dazu bei, dass der Landkreis wirtschaftlich gut dasteht. Deswegen wünschen wir uns als IHK-Regionalausschuss Berchtesgadener Land von den neu- und wiedergewählten Lokalpolitikern, dass sie mithelfen, den Wirtschaftsstandort weiter zu stärken und fit für die Zukunft zu machen“, sagt Wagner.

Bildunterschrift: Die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land bei einer Führung durch das Freilassinger Freizeit- und Sportzentrum Badylon. Zweiter von rechts: Betriebsleiter Boris Tempelin; Dritte von rechts: Irene Wagner, Vorsitzende des Ausschusses.