11.11.2019 - Traunstein

Forderungskatalog für Kommunalwahl 2020‎

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© IHK München

Der IHK-Regionalausschuss Traunstein hat auf einer Sitzung am vergangenen Mittwoch (06.11.2019) bei den Adelholzener Alpenquellen seine Wahlprüfsteine für die Kommunalwahlen am 15. März 2020 verabschiedet.

Lösungen für nachhaltige Mobilität sowie bezahlbare Flächen für Gewerbe und Wohnen gefragt ‎

„Die Bürgermeister und das Landrats­amt machen die Wirtschaftspolitik vor Ort. Hier fallen viele wichtige Entscheidungen für die Standortfaktoren für unsere Unternehmen“, sagte Nikolaus Binder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein. „Mit dem Forderungskatalog der regionalen Wirtschaft wollen wir die wichtigsten Zukunftsthemen für unseren Landkreis unterstreichen“, so der Geschäftsführer des Traunsteiner Handelsunternehmens J.N. Kreiller KG.

Das Programm umfasst fünf Handlungsfelder: nachhaltige Mobilität, digitale Infrastruktur, Fachkräfte, Flächen für Gewerbe und Wohnen sowie Bürokratieabbau in der Verwaltung. Zu allen Punkten formulierten die Vertreter der Wirtschaft im Landkreis im Positionspapier konkrete Forderungen.

Beim Thema Verkehr mahnt der IHK-Regionalausschuss, dass alle Verkehrsträger gleich­berechtigt auszubauen seien, insbesondere der Bus- und Bahnverkehr, und intelligent verknüpft werden müssen. Zu prüfen seien auch bessere und bedarfsgerechte Takte im öffentlichen Nahverkehr. Außerdem erwarte die Wirtschaft wirksame Maßnahmen gegen Ausweichverkehre, die wegen der hohen Verkehrsbelastung ein immer größeres Problem darstellen. Zuletzt wünscht sich die Wirtschaft eine klare Positionierung des Landkreises für den sechsstreifigen Ausbau der A8.
Bei der digitalen Infrastruktur geht es den Unternehmern vor allem um den Ausbau und die fortlaufende Modernisierung des Breitbandnetzes sowie das Schließen der zahlreichen Mobilfunklöcher im Landkreis. „Die permanent steigenden Anforderungen erfordern eine ebenso kontinuierliche Fortführung des Breitband- und Mobilfunkausbaus“, heißt es im Forderungskatalog.

Angesichts des Fachkräftemangels spricht sich der IHK-Regionalausschuss für bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten im Landkreis aus, damit Eltern besser Familie und Beruf unter einen Hut bringen können. Die unterdurchschnittliche Beschäftigungsquote insbesondere bei Frauen weise auf ein brachliegendes Fachkräftepotenzial hin. Das Engagement des Landkreises für den Campus Chiemgau wird von den Betrieben in der Region ausdrücklich begrüßt.

Bei Flächen für Gewerbe und Wohnen wünschen sich die Unternehmer mehr Mut zu kreativen Lösungen, damit dringend benötigte Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen wer­den, aber auch sparsam und verantwortungsvoll mit Flächen umgegangen wird. „Wenn Wohnen bezahlbar bleiben soll, brauchen wir mehr Wohnbau, wenn die Wirtschaft gedeihen soll, braucht sie Entfaltungsraum“, sagte Binder. Notwendig sei ein regionales Flächenmanagement, das brachliegende innerörtliche Immobilien und Baulücken mobilisiert. Auch zu rigide Bauvorschriften müssten überprüft werden, um deutlich platz­sparender Gewerbe- und Wohnimmobilien bauen zu können und den Ausbau bestehender Immobilien zu ermöglichen.

Der abschließende Punkt der Forderungsliste ist der Bürokratieabbau: Hier habe der Land­kreis Traunstein mit der sogenannten RAL-Zertifizierung bereits vielversprechende neue Wege beschritten. Es gebe allerdings noch viel Potenzial, besonders beim Ausbau der digitalen Verwaltungsangebote für Unternehmen. „Eine bürokratiearme Verwaltung bringt Zeit- und Kostenersparnisse für beide Seiten“, unterstrich Binder.

Bei einem Unternehmensrundgang besichtigte der IHK-Regionalausschuss das neue Hochregallager der Adelholzener Alpenquellen. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 590 Mitarbeiter und nimmt 2020 eine achte Abfüllanlage in Betrieb.