30.08.2019 - Berchtesgadener-Land

Berchtesgadener Land: Neunjahreshoch bei neuen Ausbildungsverträgen

Tipps für Azubis beim Start in die Ausbildung

Zu Anfang September treten insgesamt 334 Jugendliche und junge Erwachsene im Berchtesgadener Land ihre Ausbildung in IHK-Berufen an, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist das der höchste Wert der vergangenen neun Jahre und ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist ein starkes Signal für die Unternehmen im Landkreis. Denn das Interesse der Betriebe, selbst auszubilden, ist angesichts fehlender Fachkräfte weiterhin ungebrochen. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir in jedem Fall viel Erfolg auf dem Weg bis zur Abschlussprüfung“, erklärt Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land.

Über 300 Azubis stehen in den Startlöchern

Die Wirtschaft im Landkreis hatte wie in ganz Oberbayern auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Mehr als ein Drittel der oberbayerischen Ausbildungsbetriebe klagten in einer aktuellen IHK-Umfrage darüber, dass sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten, weil zumeist keine oder keine geeigneten Bewerbungen vorlagen.

Auch im Landkreis sind aktuell noch fast 300 Lehrstellen frei, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Lehrstellen im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Demnach bleiben bislang fast ein Drittel Prozent der seit Jahresbeginn gemeldeten Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Zahl der verfügbaren Lehrstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf 921 Angebote zurückgegangen. Wagner ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter ihre Chance zu suchen. „Wenn das Interesse für die Arbeit da ist und die Qualifikation passt, stellen viele Unternehmen auch zwischen September und Dezember noch Azubis ein. In praktisch allen Branchen wird noch gesucht, die jungen Leute können für ihre berufliche Bildung aus dem Vollen schöpfen“, so die Unternehmerin aus Marktschellenberg.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Kaufleute für Büromanagement, Bankkaufleute und Hotelfachleute. Insgesamt absolvieren im Landkreis Jugendliche in 48 verschiedenen IHK-Berufen eine Lehre.

Auch 12 Geflüchtete gehören zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt verzeichnet die IHK damit im Landkreis 48 Azubis aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern. „Die Integration kommt voran, auch wenn Sprachprobleme und stellenweise rechtliche Hürden nach wie vor große Stolpersteine sein können. Immer mehr Betriebe sehen in den Flüchtlingen zukünftiges Fachkräftepotenzial“, sagt Wagner. Laut einer IHK-Umfrage geben mittlerweile fast die Hälfte der befragten Betriebe an, dass Flüchtlinge für eine Ausbildung im Unternehmen geeignet seien – vor einem Jahr sagte das erst ein knappes Drittel. Fast zwei Drittel der befragten Betriebe wollen in Zukunft Geflüchtete ausbilden oder beschäftigen.

Insgesamt gibt es im Landkreis aktuell 217 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.