30.08.2019 - Traunstein

Über 700 Azubis stehen im Landkreis Traunstein in den Startlöchern

People on starting line. Group of young people are standing on starting line and are looking forward while isolated on white.

Zu Anfang September treten insgesamt 706 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Traunstein ihre Ausbildung in IHK-Berufen an, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist das der höchste Wert in den letzten neun Jahren, gegenüber dem Vorjahr gibt es ein leichtes Plus von knapp einem Prozent. „Das ist ein starkes Signal für unsere Unternehmen. Denn das Interesse der Betriebe, selbst auszubilden, ist angesichts der fehlenden Fachkräfte weiterhin ungebrochen. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünsche ich in jedem Fall viel Erfolg auf dem Weg bis zur Abschlussprüfung“, erklärt Nikolaus Binder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein.

IHK: Neunjahreshoch bei neuen Ausbildungsverträgen

Die Wirtschaft im Landkreis hatte wie in ganz Oberbayern auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Mehr als ein Drittel der oberbayerischen Ausbildungsbetriebe klagten in einer aktuellen IHK-Umfrage darüber, dass sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten, weil zumeist keine oder keine geeigneten Bewerbungen vorlagen.

Auch im Landkreis Traunstein sind aktuell noch 354 Lehrstellen frei, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Lehrstellen im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Demnach bleiben bislang 22 Prozent der seit Jahresbeginn gemeldeten Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Zahl der verfügbaren Lehrstellen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 1.608 Stellen. Die Unternehmerinnen und Unternehmer im Regionalausschuss ermutigen deshalb bislang erfolglose Bewerber, auch weiter ihre Chance zu suchen. „Wenn das Interesse für die Arbeit da ist und die Qualifikation passt, werden Azubis auch zwischen September und Dezember noch eingestellt. In praktisch allen Branchen wird noch gesucht, die jungen Leute können für ihre berufliche Bildung aus dem Vollen schöpfen“, heißt es aus dem Regionalausschuss.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Verkäufer, Einzelhandelskaufleute, Industriekaufleute, Industriemechaniker und Kaufleute für Büromanagement. Insgesamt absolvieren im Landkreis Jugendliche in 75 verschiedenen IHK-Berufen eine Lehre.

Auch 27 Geflüchtete gehören zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt verzeichnet die IHK damit im Landkreis 64 Azubis aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern. Die Integration komme laut IHK voran, auch wenn Sprachprobleme und stellenweise rechtliche Hürden nach wie vor große Stolpersteine sein können. Immer mehr Betriebe würden in den Flüchtlingen zukünftiges Fachkräftepotenzial sehen. Laut einer IHK-Umfrage geben mittlerweile fast die Hälfte der befragten Betriebe an, dass Flüchtlinge für eine Ausbildung im Unternehmen geeignet seien – vor einem Jahr sagte das erst ein knappes Drittel. Fast zwei Drittel der befragten Betriebe wollen in Zukunft Geflüchtete ausbilden oder beschäftigen.

Insgesamt gibt es im Landkreis aktuell 375 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.