15.02.2019 - Berchtesgadener-Land

Wagner: „Wirtschaft und Politik sitzen im selben Boot“‎


In seiner jüngsten Sitzung im Landratsamt von Bad Reichenhall traf sich der IHK-Regionalausschuss Berchtesgadener Land zum Gedankenaustausch mit der lokalen Politik. Als wichtigste Botschaft des Nachmittags kündigte Landrat Georg Grabner einen eigenen Unternehmerdialog an, der ein bis zwei Mal jährlich stattfinden soll. Ein Vorschlag, der bei den Mitgliedern im Ausschuss sehr gut aufgenommen worden ist.

IHK-Regionalausschuss trifft sich mit lokaler Politik

Grabner betonte die Leistungen der regionalen Wirtschaft. „Als Unternehmerinnen und Unternehmer schaffen Sie Jobs und Ausbildungsplätze und leisten einen großen Beitrag zu unserem Wohlstand“. Die Wirtschaft würde sich deshalb mehr Wertschätzung und Verständnis für die eigenen Belange in der Öffentlichkeit verdienen.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass Kommunalpolitik und Unternehmen vom direkten Draht zueinander profitieren. Allerdings funktioniert der Austausch nicht in allen Gemeinden gleich gut, wie die Nachfrage der Regionalausschuss-Vorsitzenden Irene Wagner bei den Unternehmen ergab. Wagner fasste auch zusammen, welche gemeinsamen Interessen Politik und Wirtschaft haben: „Ob bezahlbarer Wohnraum, weniger Bürokratie oder Breitband-Ausbau – wir sitzen alle im selben Boot. Deshalb ist ein regelmäßiger und vertrauensvoller Dialog in unserem gemeinsamen Interesse“.

Saaldorf-Surheims Bürgermeister Bernhard Kern betonte, wie wichtig der Austausch mit dem IHK-Regionalausschuss und insbesondere mit dem Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice (BGLW) sei. Was die Arbeit der Kommunen betrifft, sieht er einige Bereiche sehr kritisch. „Der Breitband-Ausbau ist keine Zuständigkeit der Kommunen, trotzdem wurde sie uns auf die Schulter gelegt“. Das gelte auch für den Mobilfunk-Ausbau. Beim Wohnbau setzt Kern auf Nachverdichtung: „Das kann zwar lange dauern, lohnt sich aber“, so Kern.

Der fehlende bezahlbare Wohnraum prägte auch die anschließende Diskussion zwischen den Unternehmensvertretern und den Mandatsträgen. „Wenn Wohnungen weiter nicht verfügbar sind, verschärft sich das Fachkräfteproblem immer weiter“, erklärte Irene Wagner. Thematisiert wurden ebenfalls der geplante Neubau des Landratsamtes und der damit verbundene Wohnungsbau am bisherigen Standort in Bad Reichenhall. Mehrere Regionalausschuss-Mitglieder sprachen dem Vorhaben ihre Unterstützung aus. Zudem wird die Meinung vertreten, dass man sich als Unternehmen bei öffentlich bedeutsamen Projekten künftig mehr als bisher deutlich positionieren müsse, um auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen aufmerksam zu machen.

Neben dem Landrat waren auch die Bürgermeister Armin Wierer (zweiter Bürgermeister Bayerisch Gmain), Thomas Weber (Bischofswiesen), Hans Feil (Laufen), Bernhard Kern (Saaldorf-Surheim) und Thomas Gasser (Teisendorf) sowie Bezirksrat Georg Wetzelsperger anwesend.