10.10.2016 - Berchtesgadener-Land

Neues Arbeitsprogramm für den IHK-Regionalausschuss Berchtesgaden

Standortpolitik, Verkehr und Infrastruktur sowie Integration – diese Schwerpunkte stehen im Mittelpunkt der Arbeit des neuen IHK-Regional-ausschuss Berchtesgadener Land.

Einsatz für mehr Gewerbeflächen und Wohnraum / Integration bewältigen

Irene Wagner, Vorsitzende des Ausschusses schaut zuversichtlich auf die kommenden fünf Jahre: „5 von 15 Mitgliedern sind neu gewählt – mit diesem frischen Wind in den Segeln werden wir für die Wirtschaft im Landkreis viel bewegen.“ Ganz oben auf der Agenda steht die Forderung nach neuen Gewerbeflächen. „Es werden viel zu wenig neue Gewerbeflächen ausgewiesen. Diese Politik führt die Kommunen langfristig ins Abseits. Denn unsere Unternehmen benötigen Perspektiven für Entwicklung und Wachstum. Gerade das Berchtesgadener Land steht für die Vereinbarkeit von Industrie und Gewerbe mit Natur und Tourismus.“ Konkret plant der Regionalausschuss unter anderem einen offenen Brief an alle Kreisräte für mehr Kompetenzen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Doch nicht nur Gewerbegebiete machen einen erfolgreichen Standort aus. „Wer im Landkreis Arbeit findet, muss hier wohnen können. Ansonsten wird die Suche nach geeigneten Fachkräften noch schwieriger“, so Wagner. Aufgrund des angespannten Wohnmarktes will sich die regionale IHK-Vertretung in den kommenden Jahren für mehr bezahlbaren Wohnraum einbringen. „Optionen wie eine behutsame Verdichtung bereits bestehender Wohngebiete sollten im Rahmen der kommunalen Planungshoheit besser genutzt werden.“

Beim Thema Verkehr sieht der Regionalausschuss viel Potential. Vor allem der sechsspurige Ausbau der A8 bis zur Landesgrenze darf laut Wagner nicht mehr auf sich warten lassen. „Der Landkreis benötigt eine bessere Infrastruktur – und keine Nadelöhre. Es ist natürlich die beste Lösung, wenn das Projekt als „Vordringlicher Bedarf“ in den Bundesverkehrswegeplan eingestuft wird. Dennoch bleiben wir zuversichtlich, dass ein Ausbau auch in der Kategorie „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ noch möglich ist.“

Wie können Flüchtlinge in die Arbeitswelt integriert werden? Diese Frage beschäftigt auch die Unternehmen im Berchtesgadener Land. Die Vorsitzende des Regionalausschusses berichtet: „Bisher haben die Betriebe sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Deshalb müssen wir uns noch intensiver mit den Jobcentern, Helferkreisen und dem Landratsamt austauschen. Dieses Thema wird uns noch lange begleiten. Integration ist schließlich ein lange Reise – und kein Kurztrip ‎übers Wochenende.“

Integration gehört zu den Aspekten, welche der Regionalausschuss mit der benachbarten Wirtschaft in Salzburg ansprechen möchte. Um den Dialog mit den Unternehmen in Salzburg weiterzuführen, will der Regionalausschuss einen gemeinsamen Gesprächstermin mit der Wirtschaftskammer Salzburg in die Wege leiten.