10.08.2016 - Traunstein

Starker Tourismus im Landkreis Traunstein

Der Tourismus in der Region ist auf Erfolgskurs. Wie aus einer von der IHK für München und Oberbayern präsentierten Studie hervorgeht, konnte der Landkreis Traunstein 2014 4,4 Millionen Übernachtungen und 6,2 Millionen Tagesgäste verzeichnen.

IHK-Studie: Gäste geben pro Tag 95 Euro aus / Strukturreformen für Oberbayern notwendig

Insgesamt hat jeder Übernachtungsgast pro Tag durchschnittlich 95,2 Euro ausgegeben. Davon profitiert auch die öffentliche Hand mit Steuereinnahmen in Höhe von 45,8 Millionen Euro.

Nikolaus Binder, Vorsitzender des Regionalausschusses Traunstein, unterstreicht die große Bedeutung des Tourismus für die Destination. „Der Jahresumsatz in Höhe von 492 Millionen Euro spricht eine klare Sprache – genauso wie fast 9.500 Arbeitsplätze, die durch den Tourismus gesichert werden.“

Ebenso gut sind die Zahlen für ganz Oberbayern. Die Aufenthaltstage von Touristen im Regierungsbezirk sind innerhalb von fünf Jahren um über ein Drittel gestiegen, heißt es in der Studie. Bei den Übernachtungen kam es im gleichen Zeitraum zu einem Plus von 17 Prozent. Ebenso sind die Ausgaben der Übernachtungsgäste in Oberbayern deutlich gestiegen: Sie wendeten 2014 im Schnitt pro Tag 164 Euro auf, 2009 waren es erst 131 Euro.

Reformbedarf sieht die Studie aber weiterhin in den Tourismusstrukturen von Oberbayern. Diese müssten deutlich effizienter und schlanker werden. Das Kirchturmdenken von Kommunen und kleinen Tourismusverbänden sei überholt.
Der IHK-Regionalausschuss Traunstein unterstützt diese Forderung: „Zwei getrennte Verbände für die Destination Chiemsee ist der falsche Ansatz und nicht zielführend. Wie schon in der Vergangenheit setzen wir uns für den Zusammenschluss von „Chiemsee-Alpenland“ und „Chiemgau“ ein.“ Binder erklärt: „Unsere Region braucht eine gemeinsame Tourismus-Strategie mit den besten Angeboten für die Kunden.“

Die Studie fordert weiter, dass die Förderpolitik Anreize für Kooperationen, Zusammenschlüsse und mehr Beteiligung der Tourismusbetriebe setzt. Auch sollten systematisch Besucherdaten in Museen oder Schlössern erfasst werden, so dass bessere Informationen über Gäste vorliegen und damit Werbemaßnahmen optimiert werden können.

Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Oberbayern“, an der neben der IHK München auch der Tourismus Oberbayern München e.V. (TOM) und der Bezirk Oberbayern des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bayern e.V.) beteiligt waren, spricht sich außerdem deutlich gegen eine zusätzliche Tourismusabgabe aus.

Die oberbayerische Tourismuswirtschaft verbuchte 2014 insgesamt 44 Millionen Übernachtungen und 263 Millionen Aufenthaltstage. Die Branche sorgt inklusive anteiliger Umsatz-, Lohn- und Einkommensteuern für Steuereinnahmen der öffentlichen Hand von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr allein in Oberbayern. Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Oberbayern“ ist online unter www.ihk-muenchen.de/tourismus erhältlich.