10.08.2016 - Rosenheim

Tourismusdestination Chiemsee-Alpenland im Aufwind

Der Tourismus in der Region ist auf Erfolgskurs Wie aus einer von der IHK für München und Oberbayern präsentierten Studie hervorgeht, konnte der Landkreis Rosenheim 2014 3,13 Millionen Übernachtungen und 13,5 Millionen Tagesgästen verzeichnen.

IHK-Studie: Gäste geben pro Tag 126 Euro aus / Strukturreformen für Oberbayern notwendig

Insgesamt hat jeder Übernachtungsgast pro Tag durchschnittlich 126,60 Euro ausgegeben. Davon profitiert auch die öffentliche Hand mit Steuereinnahmen in Höhe von 68,9 Millionen Euro. Andreas M. Bensegger, Vorsitzender des Regionalausschusses Rosenheim, unterstreicht die große Bedeutung des Tourismus für den Landkreis. „Der Jahresumsatz in Höhe von 742,5 Millionen Euro spricht eine klare Sprache – ebenso wie fast 12.000 Arbeitsplätze, die durch den Tourismus gesichert werden.“

Genauso gut sind die Zahlen für ganz Oberbayern. Die Aufenthaltstage von Touristen im Regierungsbezirk sind innerhalb von fünf Jahren um über ein Drittel gestiegen, heißt es in der Studie. Bei den Übernachtungen kam es im gleichen Zeitraum zu einem Plus von 17 Prozent. Ebenso sind die Ausgaben der Übernachtungsgäste in Oberbayern deutlich gestiegen: Sie wendeten 2014 im Schnitt pro Tag 164 Euro auf, 2009 waren es erst 131 Euro.

Reformbedarf sieht die Studie aber weiterhin in den oberbayerischen Tourismusstrukturen. Diese müssten deutlich effizienter und schlanker werden.Das Kirchturmdenken von Kommunen und kleinen Tourismusverbänden sei überholt. Genau hier setzt auch Bensegger an. „Rund um den Chiemsee gibt es noch immer zwei getrennte Tourismusverbände. Wir benötigen eine gemeinsame Vermarktung anstatt unterschiedlicher Strategien und Angebote.“ Bereits in der Vergangenheit haben die IHK-Ausschüsse in Traunstein und Rosenheim eine Zusammenlegung der beiden Verbände „Chiemsee-Alpenland“ und „Chiemgau“ gefordert.

Die Studie fordert, dass die Förderpolitik Anreize für Kooperationen, Zusammenschlüsse und mehr Beteiligung der Tourismusbetriebe setzt. Auch sollten systematisch Besucherdaten in Museen oder Schlössern erfasst werden, so dass bessere Informationen über Gäste vorliegen und damit Werbemaßnahmen optimiert werden können. Die Studie, an der neben der IHK München auch der Tourismus Oberbayern München e.V. (TOM) und der Bezirk Oberbayern des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bayern e.V.) beteiligt waren, spricht sich außerdem deutlich gegen eine zusätzliche Tourismusabgabe aus.

Die oberbayerische Tourismuswirtschaft verbuchte 2014 insgesamt 44 Millionen Übernachtungen und 263 Millionen Aufenthaltstage. Die Branche sorgt inklusive anteiliger Umsatz-, Lohn- und Einkommensteuern für Steuereinnahmen von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr allein in Oberbayern. Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Oberbayern“ ist online unter www.ihk-muenchen.de/tourismus erhältlich.