08.10.2018 - Traunstein

Gewerbesteueraufkommen im Landkreis bei fast 120 Millionen Euro ‎

119,9 Millionen Euro an Brutto-Gewerbesteuereinnahmen konnten die Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis Traunstein laut den Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik 2017 verbuchen. Wie die Auswertung der IHK für München und Oberbayern ergibt, stand die Gewerbesteuer damit für 42,3 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen. Oberbayernweit haben insgesamt 29 von 500 Städten und Gemeinden eine Erhöhung durchgeführt, nur vier Kommunen aus dem Regierungsbezirk nahmen eine Reduzierung vor.

Durchschnittlicher Hebesatz im Landkreis bei 343 Prozent

Mit 343 Prozent liegt der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis derzeit über dem Wert für Oberbayern (334 Prozent). Nikolaus Binder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein, appelliert deshalb an die Kommunen, vorausschauend mit dieser Einnahmequelle umzugehen. „Die Steuer- und Abgabenlast ist für die Betriebe bereits sehr hoch. Hinzu kommt eine chronisch wachsende Bürokratie. Es ist wichtig, dass die finanzielle Belastung für die Unternehmerinnen und Unternehmer nicht noch weiter steigt“. Bayernweit beträgt der Durchschnitt 339 Prozent, bundesweit sind es 364 Prozent. Laut Nikolaus Binder ‎hat die Höhe der Gewerbesteuer bei der Standortwahl eines Betriebes großen ‎Einfluss. Die Hebesätze dürften nicht Spielball kommunaler Eigeninteressen sein.

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz waren 2017 Grassau, Inzell und Reit im Winkl mit jeweils 380 Prozent. Am niedrigsten war der Hebesatz mit 310 Prozent in Kirchanschöring und Palling. Die IHK-Broschüre „Gewerbesteuer in Oberbayern“ mit rechtlichen Grundlagen und allen oberbayerischen Hebesätzen ist unter www.ihk-muenchen.de/gewerbesteuer verfügbar.