31.08.2018 - Rosenheim

Fast 1.000 Jugendliche starten Ausbildung in IHK-Berufen

Gruppe von glücklichen Studenten mit Lehrer und Tablet Computer in der Universität
© © Robert Kneschke

Mit Beginn September treten 988 Jugendliche und junge Erwachsene in der Region Rosenheim eine Ausbildung in Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an (311 in der Stadt, 677 im Landkreis). Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist das ein Minus von über sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Stadt Rosenheim ist der Rückgang größer (-14,3 Prozent) als im Landkreis (-3,6 Prozent). „Das ist schade, denn angesichts des leergefegten Arbeitsmarktes setzen die Unternehmen zu Recht auf den selbst ausgebildeten Nachwuchs. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir auf jeden Fall viel Erfolg auf dem bevorstehenden Weg“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim.

Bensegger: „Betriebe nehmen noch kurzfristige Bewerbungen an“‎

In der Stadt gibt es aktuell noch mehr unbesetzte Lehrstellen (185) als unversorgte Bewerber (127). Das geht aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Ausbildungsstellen und Bewerber im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Im Landkreis ist die Lücke noch größer: Hier kommen auf 474 freie Stellen nur 197 unversorgte Bewerber.

Bensegger ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter eine Chance zu suchen. „In praktisch allen Branchen nehmen Betriebe auch noch kurzfristig Bewerbungen an. Bis in den Oktober hinein kann man noch in die Ausbildung einsteigen“, so der Unternehmer. Der IHK-Vorsitzende verweist auch auf den neuen Beruf der E-Commerce-Kaufleute, es ist der erste vollständig digital ausgerichtete IHK-Ausbildungsberuf. Im Landkreis Rosenheim gibt es dazu bereits schon sechs Azubis.

Zu den neuen IHK-Auszubildenden gehören in der ganzen Region auch 43 Personen aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern – das sind über vier Prozent aller neuen Ausbildungsverträge.

Bensegger setzt sich für eine bessere Berufsorientierung an den Schulen ein: „Schüler und deren Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Lehre entscheiden. Denn eines steht fest: Besser als mit einer Ausbildung kann man nicht in das Berufsleben starten“. In einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) sagen 75 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis 754 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe (237 in der Stadt, 517 im Landkreis). Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Zahlreiche freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter IHK-Lehrstellenbörse zu finden.