23.07.2018 - Bad-Tölz-Wolfratshausen - Garmisch-Partenkirchen - Miesbach - Weilheim - Schongau

Fortschreibung Regionalplan Oberland: Unternehmen sollen sich beteiligen

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Die Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Oberland sollen sich an der öffentlichen Beteiligung rund um die Fortschreibung des Regionalplanes der Planungsregion 17 einbringen. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des ersten Forums für die IHK-Regionalausschüsse der Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Bei Roche in Penzberg sprachen die Vertreter der Wirtschaft über die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung im Oberland.

Reinhold Krämmel zum Sprecher des IHK-Forums Region Oberland gewählt

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Josef Niedermaier (FWG), Landrat von Bad Tölz-Wolfratshausen, stellte den Vertretern der Wirtschaft den aktuellen Entwurf des Strukturgutachtens vor. Dessen Ziel sind übergeordnete Handlungsempfehlungen; um den Regionalplan fortzuschreiben. „Bei vier Landkreisen ist das eine schwierige Herausforderung“, so der Landrat, der ebenfalls Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes Oberlandes ist. Allerdings: „Bis 2028 gibt einen klaren Wachstumstrend im Oberland.“ Dementsprechend wichtig sei es, Mobilität und Verkehrsinfrastruktur zu verbessern.

Doch selbst wenn alle Maßnahmen aus dem Bundesverkehrswegeplan und dem Ausbauprogramm Straße umgesetzt werden, würde es weiterhin relevante Engpässe geben. Beim ÖPNV kommt das Strukturgutachten zum Schluss, dass es kaum attraktive landkreisübergreifende Busverbindungen gebe. „Der Busverkehr fokussiert sich vor allem auf die Angebote für Schüler und Tourismus“, so Niedermaier. Als essentielle Maßnahmen wird im Gutachten deshalb auch eine Ost-West-Tangente im Busverkehr genannt.

Eine Empfehlung, die auch Felix Schaumberg, Geschäftsführer von Bremicker Verkehrstechnik, für sinnvoll hält. Er begrüßt auch die Entscheidung der Staatsregierung, 100 Millionen Euro für den öffentlichen Nahverkehr auszugeben. „Es geht auch gar nicht anders“, so Schaumberg, der in seinem Impulsvortrag zum intelligenten Mobilitätsmanagement im ländlichen Raum auf aktuelle Trends eingegangen ist.

Für die Zukunft hat Landrat Niedermaier klare Vorstellungen: „Wir brauchen ein digitales Ticket und zwingend ein einheitliches Tarifsystem.“ In Hinblick auf das anstehende Beteiligungsverfahren zur Fortschreibung des Regionalplanes wünscht er sich, dass sich auch einzelne Unternehmen mit Stellungnahmen beteiligen. Ein Wunsch, den Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Bad Tölz-Wolfratshausen, gern aufnimmt: „Jeder von uns ist sowohl Unternehmer als auch Bürger. Mit unseren Betrieben stehen wir nicht im leeren Raum, sondern schaffen Ausbildungsplätze und Jobs und sorgen für den Wohlstand in unserer Region. Deshalb müssen wir uns auch bei politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Entwicklung aktiv beteiligen. Als Vertreter der Wirtschaft müssen wir mit einer starken Stimme sprechen“, so der Wolfratshausener Unternehmer, der zu Beginn der Veranstaltung zum Sprecher des IHK-Forums Oberland gewählt worden ist.